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Professor Wolfgang Wahlster mit Rudolf-Diesel-Medaille 2025 ausgezeichnet

Professor Wolfgang Wahlster mit Rudolf-Diesel-Medaille 2025 ausgezeichnet

Der ehemalige Präsident der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ), Professor Wolfgang Wahlster, ist mit der renommierten Rudolf-Diesel-Medaille 2025 in der Kategorie „Beste Innovationsförderung“ ausgezeichnet worden. Die Ehrung wurde am 10. Juli 2025 im Rahmen eines feierlichen Gala-Dinners in Augsburg verliehen. Als langjähriger wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz fungiert Wolfgang Wahlster heute als dessen Chefberater.

Die Verleihung des ältesten Innovationspreises Europas erfolgte durch den Sprecher des Rudolf-Diesel-Kuratoriums, Professor Alexander Wurzer, in Anwesenheit von rund hundert geladenen Gästen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Das Diesel-Kuratorium, das als Wahlgremium fungiert, besteht aus rund sechzig Technologievorständen von weltmarktführenden, mittelständischen Technologieunternehmen. 

Mit der diesjährigen Auszeichnung würdigt das Deutsche Institut für Erfindungswesen das Lebenswerk von Professor Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Wahlster, der seit mehr als vier Jahrzehnten als Pionier und Brückenbauer zwischen KI-Forschung und industrieller Anwendung wirkt. Wahlster wurde 1982 mit nur 29 Jahren auf den ersten deutschen Lehrstuhl für Künstliche Intelligenz an der Universität des Saarlandes berufen. Seine Arbeiten zu Sprachverstehen, Übersetzungssystemen und Dialogtechnologien legten früh den Grundstein für heutige Sprachassistenten und Chatbots. Als Vordenker der Industrie 4.0 prägte er 2010 nicht nur den Begriff, sondern entwarf auch zentrale Konzepte für die vierte industrielle Revolution – mit weltweiter Ausstrahlung. 

In ihrer Laudatio würdigte Dr. Diana Taubert, Geschäftsführerin ETL IP Patentanwaltsgesellschaft mbH, Wahlsters außergewöhnliche Rolle in der deutschen Innovationslandschaft: „Sie sind nicht nur ein Pionier der Künstlichen Intelligenz – Sie sind auch ein Architekt von Innovationsstrukturen, ein Brückenbauer zwischen Forschung und Anwendung, ein Möglichmacher im besten Sinn.“ Sie hob hervor, dass Prof. Wahlster nicht nur technologische Entwicklungen, sondern auch ethische und normative Standards maßgeblich mitgestaltet hat – in Ethikkommissionen, Normierungsgremien und öffentlichen Debatten. 

Die Rudolf-Diesel-Medaille wurde seit ihrer Einführung im Jahr 1953 an herausragende Persönlichkeiten aus der IT-Welt wie Konrad Zuse, Wolfgang Giloi, Andreas Grünberg, Hasso Plattner, Renate Pilz und August-Wilhelm Scheer verliehen. Mit Wolfgang Wahlster reiht sich eine der prägenden Persönlichkeiten der europäischen KI-Forschung in diesen Kreis ein. 

Als Präsident der GDNÄ (2017-2018) richtete Professor Wahlster die 130. Versammlung der Naturforschergesellschaft mit dem Titel „Digitalisierung der Wissenschaften“ in Saarbrücken aus. Später war er der GDNÄ über mehrere Jahre als Mitglied im Vorstandsrat verbunden.

Saarbrücken 2018 © Robertus Koppies

© Dominik Wagner, Eichmeister Kreativagentur GmbH

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Wahlster, Präsident der GDNÄ in den Jahren 2017 und 2018.

Junge GDNÄ: „Heidelberg hat uns viel Schwung gegeben“

„Heidelberg hat uns viel Schwung gegeben“

Praxisnahes Programm, informelle Atmosphäre: eine erste Bilanz aus dem Organisationsteam des jGDNÄ-Kongresses vom 27. bis 29. Juni 2025.

Frau Anders, Herr Kleemann, Herr Paschen, die erste, in Eigenregie durchgeführte Konferenz der jGDNÄ liegt hinter Ihnen. Wie lautet Ihr Resümee in einem Satz?'
Sebastian Paschen:
Ich fand die Tage rundum gelungen, wir hatten viel Spaß und Austausch – auf dieser Basis können wir uns gut weiterentwickeln.
Marlene Anders: Es war ein fantastischer erster Kongress, dem hoffentlich noch viele weitere folgen werden.
Lennard Kleemann: Trotz der kurzen Vorbereitungszeit von vier Monaten haben wir es mit Hilfe renommierter Institutionen in Heidelberg geschafft, einen wissenschaftlich hochwertigen und thematisch vielseitigen Kongress auf die Beine zu stellen. 

Wie viele junge Leute sind Ihrer Einladung gefolgt?
Sebastian Paschen:
Insgesamt waren es 35 Teilnehmende. Die Zahl fluktuierte gelegentlich, weil nicht alle bei allen Programmpunkten dabei waren. Es gab Parallelveranstaltungen und einige mussten etwas früher abreisen. 

Wie können wir uns die Teilnehmenden vorstellen?
Marlene Anders:
Es waren Mitglieder der jGDNÄ im Alter von 16 bis 32 Jahren: Schülerinnen und Schüler der Oberstufe, Studierende, Promovierende, Jungforschende aus der Wirtschaft. Einige kamen aus der Region um Heidelberg, andere von weiter her aus ganz Deutschland. Das Fächerspektrum reichte von den Ingenieurwissenschaften über Physik und Informatik bis zu Lebenswissenschaften wie Biologie und Medizin. Die meisten Teilnehmenden gehören schon länger zu unserem Netzwerk, einige waren zum ersten Mal dabei.

 © Robert Hammann

Bei einer Führung durch die Heidelberger Altstadt am ersten Kongresstag.

Wie kam es, dass sie sich für Heidelberg als ersten Kongress-Ort entschieden haben?
Marlene Anders:
Wir haben einfach geschaut, wo die meisten von uns leben und das ist in dieser Gegend. Heidelberg ist reich an tollen Wissenschaftseinrichtungen – das passte also gut.
Sebastian Paschen: Und als Lennard Kleemann dann zusagte, die Organisation vor Ort zu übernehmen, war die Sache klar. 

Herr Kleemann, Sie machen gerade Ihren Master im Fach Molekulare Biotechnologie an der Universität Heidelberg, müssen dafür etliche Praktika absolvieren und hatten dazu noch die Konferenzvorbereitung. Ganz schön viel auf einmal.
Lennard Kleemann: Ja, stimmt. Aber ich habe mir die Organisation zugetraut, weil ich mich in der Heidelberger Forschungsszene recht gut auskenne. Das hat mit meinem vielseitigen Studienfach zu tun und mit Praktika, zum Beispiel in der Uniklinik oder im Max-Planck-Institut für Medizinische Forschung. Andere Institute kenne ich noch aus meiner Schulzeit – die Heidelberger Forschungseinrichtungen öffnen sich erfreulicherweise auch für Schülerinnen und Schüler. 

Haben Sie vorher schon einmal eine Konferenz organisiert?
Lennard Kleemann: Nein, das war das erste Mal. Und manches lief auch nicht so glatt, wie ich mir das am Anfang vorgestellt hatte. Aber zum Glück war ich nicht allein, wir waren zu siebt im Orga-Team und die Mitarbeiterinnen der GDNÄ-Geschäftsstelle haben uns jederzeit und bei allen Fragen unterstützt. Ohne diese Hilfe wäre der Kongress so nicht möglich gewesen. Wir als jGDNÄ wollten es gut machen, auch um den großen Vertrauensvorschuss von Seiten der GDNÄ zu rechtfertigen. Und am Schluss ist es, wie ich finde, auch gut geworden.

 © Marlene Anders

Ein Besuch der Sternwarte war Teil der Führung durch das Heidelberger Haus der Astronomie.

Bei einer Wissenschaftskonferenz denkt man an Vorträge, Postersessions, Podiumsdiskussionen. Haben Sie sich an das klassische Muster gehalten?
Marlene Anders:
Nein, wir hatten von Anfang an einen anderen Ansatz. Uns ging es um das gegenseitige Kennenlernen in informeller Atmosphäre und dafür sind lange Sitzungen im Konferenzsaal weniger geeignet. Stattdessen haben wir auf praxisnahe Programmpunkte gesetzt. Ein Beispiel ist die Führung im Ionenstrahl-Therapiezentrum, wo unser Mitglied Celine Karle ihre Doktorarbeit macht und uns spannende Einblicke in ihre Forschung geben konnte. 
Lennard Kleemann: Sehr gut waren auch die Führungen am EMBL, dem europäischen Molekularbiologie-Labor, im Haus der Astronomie und am INSEAM, dem Institute for Molecular Systems Engineering and Advanced Materials. Dort konnten wir spontan zu einem Vortrag von Professor Inkyu Park über innovative Biosensoren dazustoßen. Professor Park lehrt Mechanical Engineering an der südkoreanischen Universität KAIST. Im Publikum waren viele Fachleute, die Präsentation war auf Englisch – unsere Gruppe war begeistert. 
Sebastian Paschen: Es war eine sehr lebendige Atmosphäre, auch bei informellen Programmpunkten wie Altstadtführung, Bergbahnfahrt und beim Neckarwiesen-Treffen am letzten Abend. Dabei wurde viel diskutiert und die Jüngeren haben die etwas Älteren mit ihren Fragen gelöchert. Da ging es oft um ganz grundlegende Dinge, um den Alltag an der Uni zum Beispiel, und um Themen, die man eher mit fast Gleichaltrigen bespricht. 

Lässt sich schon sagen, welche Wirkung der Kongress hatte?
Marlene Anders:
Heidelberg hat uns viel Schwung gegeben und den werden wir jetzt für künftige Aktivitäten nutzen. Sehr positiv war das mündliche Feedback der Teilnehmenden. Jetzt warten wir auf das Ergebnis unserer Online-Befragung und sind total gespannt darauf.
Lennard Kleemann: Beim Kongress hat sich die Regionalgruppe Heidelberg zusammengefunden – eine hocherfreuliche Folge wie ich finde.
Sebastian Paschen: Ein schöne Wirkung ergab sich ganz spontan: Bei unserem Besuch im Haus der Astronomie führte uns eine Bachelor-Studentin durch die Sternwarte. Sie brennt für ihr Fach und kann astronomische Zusammenhänge hervorragend erklären. Sie passt sehr gut zu uns, also haben wir sie angesprochen – und jetzt ist sie Mitglied der jGDNÄ.

So eine Konferenz kostet eine Stange Geld. Woher kommt es?
Sebastian Paschen:
Die GDNÄ unterstützt uns großzügig und auch der Verband der Chemischen Industrie beteiligt sich mit einer substanziellen Spende. Davon können wir die Reisekosten, die Unterbringung der Teilnehmenden in einem einfachen Hotel, die Mensa-Essen und das Rahmenprogramm zahlen. Institutsführungen und Organisation sind kostenfrei. Das Budget ist knapp, aber es reicht. Für die nächste Konferenz werden wir früher mit der Spendenakquise beginnen und dann auch bei weiteren Institutionen anklopfen.

 © Robert Hammann

Mit Weitblick: Kongressteilnehmerinnen und -teilnehmer auf dem Königstuhl.

Was ist sonst noch in Planung bei der jGDNÄ?
Marlene Anders:
Es gibt schon eine Menge Ideen, über die wir Ende August bei unserem nächsten großen Online-Treffen diskutieren werden.
Sebastian Paschen: Ein Ziel ist der Aufbau eines Buddy-Programms, das einerseits Schülerinnen und Schüler mit Studierenden zusammenbringt und andererseits jGDNÄ-Mitglieder mit etablierten GDNÄ-Mitgliedern. Wir wollen dabei eng mit der GDNÄ zusammenarbeiten und hoffen, um den Jahreswechsel herum erste Ergebnisse präsentieren zu können. Auch suchen wir derzeit den Austausch mit anderen Nachwuchsorganisationen wissenschaftlicher Fachgesellschaften und sind dabei bisher sehr erfolgreich. 

Sie alle haben bereits an Strategiesitzungen der GDNÄ teilgenommen. Welchen Eindruck hatten Sie?
Sebastian Paschen:
Wir wurden unfassbar herzlich aufgenommen. Unsere Vorschläge für das Tagungsprogramm in Bremen stießen auf Resonanz, ebenso die Vorschläge für die nächste Lorenz-Oken-Auszeichnung. Außerdem konnten wir einiges für die Planung unserer Programmteile bei der Versammlung 2026 lernen.
Lennard Kleemann: Mich beeindruckt die Vielseitigkeit der GDNÄ und ich bin sehr dankbar für die Unterstützung und das Vertrauen in die jGDNÄ. Von der Organisation der GDNÄ können wir einiges abschauen. Ich denke zum Beispiel an Einteilung und Vertretung der Fachbereiche und den Aufbau von Regionalgruppen.
Marlene Anders: Ich habe viel mitgenommen, was die Planung von Tagungen angeht. Bei der GDNÄ kann man so etwas auf sanfte Art und zugleich einprägsam lernen. Bei unseren nächsten Konferenzen wird das sehr nützlich für uns sein.

Saarbrücken 2018 © Robertus Koppies

© Fotostudio Henrich, Landstuhl

Marlene Anders

Marlene Anders

Nach einem Masterstudium an der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau absolviert die 24-Jährige derzeit ihr Referendariat für das Lehramt an Gymnasien in den Fächern Biologie und Geografie. Marlene Anders lernte die GDNÄ als Schülerstipendiatin bei der Versammlung 2018 in Saarbrücken kennen. Sie besuchte auch die Versammlungen in Leipzig und Potsdam, wo sie als Tutorin das Schülerprogramm unterstützte.

© Foto-May,-Wiesloch

Lennard Kleemann

Lennard Kleemann

Der 25-Jährige macht derzeit seinen Master in Molekularer Biotechnologie an der Uni Heidelberg. Entfacht wurde seine Begeisterung für das Fach beim Besuch eines Biotechnischen Gymnasiums in Heidelberg und durch Schnupperkurse an Forschungsinstituten als Jugendlicher. Lennard Kleemann hat zweimal als Schülerstipendiat an Versammlungen der GDNÄ teilgenommen: 2018 in Saarbrücken und 2024 in Potsdam. Dort nahm er mit einem Thema aus der Malariaforschung am Wettbewerb „Wissenschaft in 5 Minuten“ teil.

© Maria Herzog, Greifswald

Sebastian Paschen

Sebastian Paschen

Der 24-Jährige studiert im zehnten Semester Medizin und Biomedical Science an der Universität Greifswald und ist Mitarbeiter der Abteilung für Versorgungsforschung am Institut füt Diversitätsmedizin der Ruhr-Universität Bochum. Sebastian Paschen ist zudem Gründer von acadim – Akademie für Diversitäts- und Individualmedizin und Mitglied mehrer wissenschaftlicher Gremien und Gesellschaften. Er lernte die GDNÄ bei der Jubiläumsversammlung 2022 in Leipzig kennen.

Downloads zur jGDNÄ:

© Marlene-Anders

Am Abschiedsabend auf der Heidelberger Neckarwiese.

Mehr Lesestoff zur jGDNÄ:

Hohe Auszeichnung: Für Verdienste um die Chemie in China

Für Verdienste um die Chemie in China

Hohe Auszeichnung für zwei Mitglieder des GDNÄ-Leitungsteams

Die Chinesische Chemische Gesellschaft (CCS) hat zwei führende Mitglieder der GDNÄ zu Ehrenmitgliedern ernannt. GDNÄ-Vizepräsident Professor Ferdi Schüth und Professorin Katharina Kohse-Höinghaus, Mitglied des GDNÄ-Vorstandsrats, erhielten die Auszeichnung für ihre Beiträge zur chinesischen Chemie und zum Austausch zwischen der Chinese Chemical Society und internationalen Gesellschaften, wie es in einer Mitteilung der CCS heißt.

Die CCS ist das Pendant zur deutschen Gesellschaft Deutscher Chemiker. Die wissenschaftliche Gesellschaft wurde 1932 in Nanjing gegründet und hat rund 120.000 persönliche und mehr als 180 institutionelle Mitglieder. „Honorary Fellow of the Chinese Chemical Society“ ist der höchste Status, den die CCS an internationale Wissenschaftler im Bereich Chemie vergibt. Aktuell verzeichnet die Internetseite der Gesellschaft 103 Honorary Fellows weltweit, darunter elf Deutsche.

Professorin Katharina Kohse-Höinghaus habe die Verbrennungsdiagnostik mithilfe von laserinduzierter Fluoreszenz, Cavity-Ring-Down-Spektroskopie und Emissionsspektroskopie vorangebracht, heißt es in einer Mitteilung der CCS, und weiter: „Sie leitete bahnbrechende Forschungen zur Verbrennung von Biokraftstoffen, deckte Mechanismen von Verbrennungsreaktionen und Schadstoffbildung auf und entwickelte neuartige Niedertemperatur-Verbrennungstechniken.“ Sie habe, schreibt die CCS, langfristige Partnerschaften mit chinesischen Institutionen aufgebaut, akademische Führungskräfte in der Verbrennungsforschung ausgebildet und China in Fragen der Wissenschafts- und Innovationspolitik beraten. Katharina Kohse-Höinghaus ist überdies ausländisches Mitglied der Chinesischen Akademie der Wissenschaften.

Professor Dr. Ferdi Schüth habe maßgeblich zur Entwicklung neuer katalytischer Materialien, zur Umwandlung von Biomasse sowie zur Erzeugung und Speicherung von Wasserstoff beigetragen, schreibt die CCS. Er leiste Pionierarbeit bei mechanochemischen Ansätzen zur Katalysatorherstellung und setze sich für umweltfreundlichere, energieeffizientere chemische Technologien ein. Professor Schüth habe sich aktiv für den akademischen Austausch mit China eingesetzt. „Seine langjährige Zusammenarbeit und häufigen Besuche an chinesischen Universitäten und Forschungsinstituten ermöglichten zahlreiche gemeinsame Projekte und Initiativen zur Talentförderung“, schreibt die CCS.

Saarbrücken 2018 © Robertus Koppies

© Universität Bielefeld / Norma Langohr

Prof. Dr. Katharina Kohse-Höinghaus.

Saarbrücken 2018 © Robertus Koppies

© Robert Eickelpoth

Prof. Dr. Ferdi Schüth

Zum Weiterlesen:

Ferdi Schüth: „Wir sollten andere Disziplinen stärker einbeziehen“

„Wir sollten andere Disziplinen stärker einbeziehen“

GDNÄ-Vizepräsident Ferdi Schüth über die unverzichtbare Expertise von Ökonomen, versemmelte Prüfungen und Forschung mit der Kugelmühle.

Herr Professor Schüth, im Hauptberuf sind Sie Max-Planck-Direktor, daneben üben Sie zahlreiche Ehrenämter aus. Wissen Sie aus dem Stand, wie viele es sind?
Es sind tatsächlich viele, die genaue Zahl habe ich jetzt nicht parat. Die Ämter sind sehr unterschiedlich, auch was den Zeitaufwand angeht. Er reicht von 80 Prozent meiner Arbeitszeit in den Jahren als Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft bis zur zweistündigen Sitzung alle paar Jahre in kleineren Gremien. 

Vor einigen Monaten ist ein weiteres Amt dazugekommen: das des Vizepräsidenten und kommenden Präsidenten der GDNÄ. Was motiviert Sie, sich für die GDNÄ zu engagieren?
Mir gefällt ihre thematische Breite. In der GDNÄ zeigt sich, wie verschiedene Bereiche der Wissenschaft zusammenwirken – das ist in anderen Gesellschaften nicht so deutlich sichtbar. Als ich gefragt wurde, ob ich das Amt übernehme wolle, musste ich nur kurz überlegen und habe dann überzeugt ja gesagt. Die Präsidentschaft beginnt sanft mit zwei Jahren als Vizepräsident und klingt ebenso sanft wieder aus – das erleichtert vieles.

 © Isabel Schiffhorst für MPI für Kohleforschung

Haupteingang des Max-Planck-Instituts für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr.

Wie wollen Sie als neues Präsidiumsmitglied vorgehen? 
Zunächst werde ich mir alles genau anschauen und das, was gut läuft, unterstützen. Ein Beispiel ist die neue Nachwuchsorganisation der GDNÄ, die jGDNÄ. Dass es sie jetzt gibt, finde ich großartig und absolut zeitgemäß. Ähnliche Entwicklungen sind auch in anderen wissenschaftlichen Gesellschaften zu beobachten – ich denke etwa an die Jungchemikerforen der Gesellschaft Deutscher Chemiker, die heute praktisch jeder Ortsverband unterhält. Wichtig ist, dass die jungen Mitglieder Freiräume bekommen, in denen sie selbst etwas gestalten können. 

Welche Akzente möchten Sie in Zukunft setzen?
Zunehmend interessant und wichtig erscheint mir die Wirkung der Wissenschaft auf die Gesellschaft. Was halten die Bürgerinnen und Bürger von Wissenschaft und Forschung, was haben sie davon und was können wir Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihnen bieten? Die GDNÄ ist meiner Ansicht nach ein gutes Forum für solche Fragen und den Austausch mit der Öffentlichkeit. 

Wie kann das gelingen?
Vielleicht sollten wir in Zukunft die Sozial-, Human- und Geisteswissenschaften stärker einbeziehen, zumindest punktuell. Wie hilfreich das sein kann, erlebe ich gerade bei der Leopoldina, wo ich in einer Fokusgruppe zu Klima und Energie mitarbeite. Wir Natur- und Technikwissenschaftler in der Gruppe profitieren sehr vom Fachwissen der ebenfalls beteiligten Ökonomen. Sie helfen uns, Geschäftsmodelle für unsere schönen Ideen zu entwickeln. Denn was sich nicht rechnet, kann man vergessen – das ist eine wichtige Erkenntnis, die ich in vielen Berufsjahren gewonnen habe. Wirtschaftswissenschaftliche Expertise beispielsweise könnte auch die GDNÄ bereichern, etwa bei einzelnen Themen in den Versammlungen. Ihren Charakter als naturwissenschaftliche Gesellschaft würde sie dennoch behalten. 

© Frank Vinken für MPI für Kohleforschung

Die Professoren Alois Fürstner, Frank Neese, Tobias Ritter, Benjamin List und Ferdi Schüth (v.l.n.r.) bilden zusammen das Direktorium des Mülheimer Max-Planck-Instituts.

Eine naturwissenschaftliche Gesellschaft, die im Dialog mit der Öffentlichkeit steht... 
...ja, und das ist eine Stärke der GDNÄ, die wir noch weiter ausbauen können. Der Kommunikationsbedarf ist groß, denn einerseits ist Wissenschaft wichtiger denn je, andererseits vertraut die Gesellschaft ihr weniger als noch vor 20, 30 Jahren. Heute gibt es alternative Fakten und Querdenker, mit denen ein vernünftiges Gespräch kaum möglich ist. Wir als Wissenschaftler müssen unsere Arbeit stärker rechtfertigen als früher und genauer erklären, was Wissenschaft kann und was sie nicht kann. Dafür ist die GDNÄ eine sehr gute Plattform. 

In der öffentlichen Diskussion dominieren aktuell die politischen Themen. Dabei geht es auch um das wissenschaftsfeindliche Verhalten der Trump-Regierung. Sollte Deutschland die Chance nutzen, wie es einige vorschlagen, und US-Wissenschaftler gezielt abwerben? 
Wir sollten Aufnahmebereitschaft signalisieren und Optionen in Deutschland aufzeigen. Offensiv darauf hinzuarbeiten, dass amerikanische Wissenschaftler ihr Land verlassen, halte ich nicht für den richtigen Weg. 

Wirkt sich die aktuelle US-Politik auf Ihr Institut aus? 
Ja, die Folgen sind spürbar. Jahrzehntelang konnten wir unsere Postdocs problemlos für ein paar Forschungsjahre in die USA schicken. Das ist derzeit schwierig, weil viele US-Forschungseinrichtungen verunsichert sind und nicht wissen, was morgen kommt. Meldet Euch in ein paar Monaten nochmal, heißt es jetzt oft auf unsere Anfragen.

© Frank Vinken / MPG

Der Mahlprozess in einer Kugelmühle aktiviert einen Katalysator so, dass er die Synthese von Ammoniak bei viel niedrigerer Temperatur und geringerem Druck vermittelt, als sie im etablierten Haber-Bosch-Verfahren nötig sind.

In Ihrer aktuellen Forschungsarbeit geht es um die Energie von morgen. In diesem Zusammenhang ist auch die Mechanokatalyse zu sehen, für deren Erforschung Sie im vergangenen Jahr einen mit 2,5 Millionen Euro dotierten Advanced Grant des Europäischen Forschungsrats ERC einwerben konnten. Was haben Sie nun vor?
Wir möchten grundlegende Abläufe in der Mechanochemie auf molekularer Ebene verstehen. Unsere mechanochemischen Reaktionen führen wir in Kugelmühlen durch. Da laufen Reaktionen bei Raumtemperatur und normalem Druck ab, für die sonst mehrere hundert Grad und hundert bar Druck erforderlich sind. Das spart Ressourcen, Zeit und Kosten. Meine Arbeitsgruppe hat mit diesem Konzept bereits spannende Projekte realisiert, beispielsweise die Synthese von Ammoniak. Ein Detailverständnis des Prozesses könnte die Produktion völlig neuer Materialien ermöglichen. Das ist aber nicht Teil des ERC-Projekts, beim Aufklären der Prozesse handelt es zunächst um reine Grundlagenforschung. Dennoch wird in meiner Abteilung, basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen, zur Zeit die Gründung mehrerer Start-up-Unternehmen vorbereitet.

Lassen Sie uns noch einen Blick auf Ihren Werdegang werfen: Sie haben Chemie und Jura studiert, eine ungewöhnliche Fächerkombination. Wie kam es dazu?
Die meisten Chemiker gehen nach dem Studium in die Industrie und so dachte ich mir, ein zusätzliches Jurastudium sei nicht verkehrt. Juristen denken anders, das hat mich  interessiert. Als ich dann drei Mal durch die erste Prüfung gefallen bin, hat mich der Ärger gepackt und ich wollte beweisen, dass ich es kann. Ärger ist ein guter Antrieb. Meine Laufbahn hat sich dann anders entwickelt, aber die Jurakenntnisse haben mir später bei der Gründung unserer Firma hte geholfen.

Sie feiern in diesem Jahr Ihren 65. Geburtstag. Für viele Berufstätige ist das ein Wendepunkt im Leben. Wie ist es für Sie?
Ich habe vor, in dem für Max-Planck-Direktoren ohne größere Hürden möglichen Renteneintrittsalter von 68 Jahren aufzuhören. Das wäre dann knapp zwei Jahre später als das reguläre Pensionierungsalter. Bis dahin, wir sprechen von 2028, sollten die Promotionsvorhaben in meinem Bereich abgeschlossen sein, bis dahin läuft auch – für mich mit einigen Monaten am Emeritusarbeitsplatz – das ERC-Projekt. Ich freue mich auf die neuen Freiheiten als Pensionär. Ich werde Bücher schreiben, als Erstes vielleicht ein Buch über Energie. Und ich will Deutschland durchwandern: einmal längs von Nord nach Süd.

 

Saarbrücken 2018 © Robertus Koppies

© Robert Eickelpoth

Prof. Dr. Ferdi Schüth

Zur Person

Ferdi Schüth, Jahrgang 1960, studierte Chemie und Jura an der Universität Münster und wurde 1988 in Chemie promoviert. Nach einem Postdoc-Aufenthalt an der Universität von Minnesota habilitierte er sich in Anorganischer Chemie in Mainz. 1995 wurde er Professor an der Universität Frankfurt. 1998 zog es ihn nach Mülheim an der Ruhr, wo er Direktor am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung wurde. Seit 1999 ist er auch Honorarprofessor an der Ruhr-Universität Bochum. Im selben Jahr gründete er mit sechs Kollegen die hte GmbH. Deren Geschäftsmodell basiert auf einem Verfahren, mit dem sich optimale Katalysatoren für chemische Reaktionen schnell und effizient finden lassen. Insgesamt geht es in Schüths Forschung um Katalyse, Zeolithe, poröse Materialien und energiebezogene Themen. 

Ferdi Schüth hatte und hat zahlreiche Funktionen in wissenschaftlichen Gesellschaften und Gremien inne. So war er unter anderem von 2014 bis 2020 Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft mit Zuständigkeit für die Fachgebiete Chemie, Physik und Technik. Er hat viele Auszeichnungen für seine wissenschaftliche Arbeit erhalten, darunter den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Als Mitglied der Leopoldina leitet er, zusammen mit Robert Schlögl, die Fokusgruppe „Klima und Energie“.

Zum Weiterlesen:

Junge GDNÄ: „Den Schwung des Anfangs beibehalten“

„Den Schwung des Anfangs beibehalten“

Regionaltreffen, Mentoringprogramm, Vortragsreihen: Was junge Mitglieder der GDNÄ planen und wie sie ihre Ziele erreichen wollen.

Frau Karle, Frau Anders, Herr Paschen, vor einem halben Jahr, bei der Versammlung in Potsdam, wurde die Junge GDNÄ offiziell gegründet. Wie geht es ihr heute?
Sebastian Paschen: Sehr gut. Gerade in den letzten Wochen hatten wir viel Zulauf. Allein unsere WhatsApp-Gruppe hat inzwischen deutlich über hundert Mitglieder. Es handelt sich um Schülerinnen, Schüler, Studierende und junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen im Alter zwischen 16 und 35 Jahren. Von der großen GDNÄ werden wir hervorragend unterstützt: Man hört uns zu und gibt uns Raum – wir fühlen uns sehr wertgeschätzt.
Marlene Anders: Seit der Potsdamer Versammlung hatte die Gruppe schon vier Online-Treffen. Vor ein paar Wochen haben wir uns umbenannt in Junges Netzwerk der GDNÄ oder kurz jGDNÄ. Mit dem neuen Namen orientieren wir uns an anderen Fachgesellschaften – eine Mehrheit stimmte für diese Änderung.

Wer organisiert solche Treffen, wer moderiert sie?
Celine Karle:
Wir sind derzeit die Repräsentanten der jGDNÄ und übernehmen daher einen Teil der Organisation. Aber hinter uns und mit uns arbeiten viele weitere engagierte junge Menschen.

Der Funke ist offenbar übergesprungen. Gab es eine Initialzündung?
Sebastian Paschen:
Celine hat in Potsdam ein Café für Doktorandinnen und Doktoranden initiiert, das rund zwanzig junge Leute anlockte. Es war das erste Treffen dieser Art bei einer GDNÄ-Versammlung.
Celine Karle: Ich war ja selbst einmal Schülerstipendiatin der GDNÄ und später ein paar Mal Gast bei Versammlungen. Mein Eindruck war, dass zwischen Schülerprogramm und großer GDNÄ etwas fehlt und so kam ich auf den Gedanken mit dem Doktoranden-Café. Die Idee war, dass dort Dissertationen vorgestellt werden.
Marlene Anders: Über Abschlussarbeiten wurde dann aber gar nicht diskutiert und die meisten waren auch keine Doktorandinnen oder Doktoranden, sondern Studierende. Wir unterhielten uns über Studiengänge und Wissenschaftsthemen, über die GDNÄ und ihre Zukunft – und stellten fest, dass es solche Vernetzungsmöglichkeiten öfter geben sollte. Dabei haben wir uns als Junges Netzwerk der GDNÄ formiert.
Sebastian Paschen: Seit diesem Treffen hat sich ein aktiver Kern von rund zwanzig Mitgliedern herausgebildet, der viel Arbeit übernimmt. Eine reguläre Vorstandswahl soll bei der Versammlung 2026 in Bremen stattfinden. Vorher kommen wir als jGDNÄ sicher noch oft zusammen – online, aber auch persönlich wie zum Beispiel bei unserem Treffen vom 27. bis 29. Juni in Heidelberg. Dafür haben sich schon rund 40 Interessierte angemeldet.

 © Dima-Juschkow

Auf der Versammlung 2024 in Potsdam: Mitglieder der jGDNÄ und des Schülerprogramms zusammen mit dem Nobelpreisträger Professor Ben Feringa (vordere Reihe, Mitte).

Was planen Sie für das Treffen in  Heidelberg?
Celine Karle:
Wir haben mehrere Führungen organisiert, zum Beispiel im Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum oder im INSEAM, einem Zentrum für neue Materialien, Methoden und Technologien.  In den nächsten Wochen kommen bestimmt weitere interessante Programmpunkte dazu. Neben dem wissenschaftlich Interessanten geht es bei dem Treffen um das gegenseitige Kennenlernen und den Austausch unter den Mitgliedern der jGDNÄ – dafür wollen wir den Rahmen und die Atmosphäre schaffen. Geplant ist, solche Treffen der jGDNÄ alle zwei Jahre zu organisieren, immer zwischen den großen Versammlungen der GDNÄ.

Bei der Versammlung in Potsdam war auch von Regionaltreffen die Rede. Ist das noch aktuell?
Sebastian Paschen:
Ja, wir stecken mitten in den Vorbereitungen und werden in diesem Jahr bestimmt noch erste Treffen organisieren können. Dazu eingeladen sind nicht nur Studierende, sondern auch Oberstufenschülerinnen und -schüler aus der jeweiligen Region. Bei den Treffen wollen wir uns untereinander vernetzen und neue Ideen entwickeln und umsetzen.

Gibt es dafür schon Beispiele?
Marlene Anders:
Bei unserem nächsten Online-Treffen am 14. April wollen wir über ein Mentoringprogramm diskutieren, das gestandene GDNÄ-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler mit jGDNÄ-Mitgliedern zusammenbringt. Im Gespräch sind auch Vortragsreihen zu wissenschaftlichen Themen und ein Netzwerk von GDNÄ-Botschafterinnen und -Botschaftern an deutschen Hochschulen. Ich bin Lehramtsstudentin und denke aktuell über spezielle Angebote für angehende Lehrkräfte nach. Es gibt da einen Bedarf, wie ich aus eigener Erfahrung weiß, und als jGDNÄ können wir sicher einiges bewirken, vor allem mit Blick auf eine gute Wissenschaftskommunikation.

Ihr Engagement ist beeindruckend. Was motiviert Sie?
Marlene Anders:
Bei mir ist es die Lust an der Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse an ein breiteres Publikum. Das ist für mich tatsächlich eine Herzensangelegenheit. Das Schülerstipendium ist ein toller Tauchgang in die Forschung und ich will dazu beitragen, dass das auch für andere kein einmaliges Erlebnis bleibt.
Sebastian Paschen: Ich komme ja aus der Medizin-Bubble und genieße das Interdisziplinäre der GDNÄ. Es gibt so viele bereichernde Gespräche und mein Horizont expandiert stetig.
Celine Karle: Ich möchte meine Begeisterung für die Wissenschaft weitergeben und Jüngeren auf ihrem Weg helfen. Sie haben oft die gleichen Probleme, die auch ich einmal hatte. Zum Beispiel: Was mache ich, wenn eine Klausur bevorsteht und die Prüfungsangst aufsteigt? Mit unserem Netzwerk in der jGDNÄ können wir da bestimmt viel Gutes tun.

 © Privat

Gruppenfoto auf dem Alten Markt in Potsdam: Einige Mitglieder der jGDNÄ beim abendlichen Ausflug zum Museum Barberini im September 2024.

Wie sehen Sie die GDNÄ und ihre Bedeutung?
Sebastian Paschen:
Sie verbindet Wissenschaft und Gesellschaft, das ist eine extrem wichtige Rolle. Und sie ruht sich nicht auf ihren Lorbeeren aus, sondern geht mit der Zeit und wagt Neues wie jetzt mit der jGDNÄ. Bei meiner ersten GDNÄ-Jahrestagung kam ein Nobelpreisträger auf mich zu und schüttelte mir die Hand – das hat mich schwer beeindruckt. Was mir auch imponiert, ist, dass ich als Studierender schon ein vollwertiges Mitglied sein darf.
Celine Karle: Ich liebe hochkarätige und trotzdem verständliche Vorträge – aus meiner eigenen Disziplin, der Physik, aber vor allem auch aus anderen Fachgebieten. Toll finde ich die Interdisziplinarität der GDNÄ und die Chance, den aktuellen Forschungsstand in anderen Disziplinen besser kennenzulernen.
Marlene Anders: Mir imponiert die Menschlichkeit im Umgang. Und die große Wertschätzung, die wir jungen Leute erfahren.

Hat die jGDNÄ schon Pläne für die Versammlung 2ß26  in Bremen?
Sebastian Paschen:
Ideen haben wir durchaus und wir werden demnächst mit dem Vorstandsrat der GDNÄ darüber diskutieren. Fest steht bereits, dass wir in Bremen eigene Programmteile gestalten können.
Celine Karle: Bestimmt gibt es auch 2026 wieder ein Programm für Schülerinnen und Schüler sowie die beliebten Formate „Wissenschaft in 5 Minuten“ und „Meet the Prof“. Das Doktorandencafé wollen wir weiter ausbauen. Und wenn alles klappt, können wir in Bremen schon ein Mentoringprogramm vorstellen.
Marlene Anders: Wichtig ist jetzt, den Schwung des Anfangs beizubehalten. In fünf Jahren soll die jGDNÄ mindestens so lebendig wie heute sein.

Saarbrücken 2018 © Robertus Koppies

© Fotostudio Henrich, Landstuhl

Marlene Anders

Marlene Anders

Mit einem Masterstudium an der Technischen Universität Kaiserslautern-Landau bereitet sich die 24-Jährige auf das Lehramt an Gymnasien in den Hauptfächern Biologie und Geografie vor. Marlene Anders lernte die GDNÄ als Schülerstipendiatin bei der Versammlung 2018 in Saarbrücken kennen. Sie besuchte auch die Versammlungen in Leipzig und Potsdam, wo sie als Tutorin das Schülerprogramm unterstützte.

© Robert Hammann

Celine Karle 

Celine Karle

Die 27-Jährige stammt aus Mannheim und studierte Physik an der Universität Heidelberg. Seit zwei Jahren forscht sie als Doktorandin am Deutschen Krebsforschungszentrum zu einer neuen Form der Strahlentherapie für die Krebsbehandlung. Celine Karle nahm 2014 als GDNÄ-Schülerstipendiatin an der Versammlung in Mainz teil und hat bei der Versammlung 2025 in Potsdam das neue Format „Doktorandencafé“ initiiert.

© Maria Herzog, Greifswald

Sebastian Paschen

Sebastian Paschen

Der 24-Jährige studiert im zehnten Semester Medizin und Biomedical Science an der Universität Greifswald und ist Mitarbeiter der Abteilung für Versorgungsforschung am Institut füt Diversitätsmedizin der Ruhr-Universität Bochum. Sebastian Paschen ist zudem Gründer von acadim – Akademie für Diversitäts- und Individualmedizin und Mitglied mehrer wissenschaftlicher Gremien und Gesellschaften. Er lernte die GDNÄ bei der Jubiläumsversammlung 2022 in Leipzig kennen.

Weitere Informationen zur jGDNÄ: