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  • Interdisziplinarität – Schlüssel zu neuen Erkenntnissen

    Mehr als 700 Teilnehmer haben in Greifswald die 129. Versammlung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte besucht und sich über Naturwissenschaften und Medizin zwischen Kontinuität und Umbruch ausgetauscht.

    Die Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ) von 1822 richtete vom 9. bis zum 12. September 2016 in Greifswald ihre 129. Versammlung aus. Über 700 Teilnehmer aus Wissenschaft und interessierter Öffentlichkeit kamen in der Universitäts- und Hansestadt zusammen, um sich – so der Titel der Tagung – über „Naturwissenschaften und Medizin zwischen Kontinuität und Umbruch“ auszutauschen. In ihrem Festvortrag unterstrich die Präsidentin der GDNÄ, Prof. Dr. Eva-Maria Neher, dass Naturwissenschaft und Medizin in eine neue Phase eingetreten seien, in denen nur durch intensiven Austausch zwischen den Forschungsdisziplinen Fortschritte möglich sind: „Interdisziplinarität ist heute der Schlüssel für neue Erkenntnisse“, so Prof. Dr. Eva-Maria Neher bei ihrer Begrüßung der Versammlungsteilnehmer im Dom zu Greifswald.

    Auf der Versammlung gaben herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen dem Wissenschafts- und Laienpublikum einen Überblick über aktuelle Entwicklungen in der Forschung. Dabei kamen die Vortragenden stets den Vorgaben der GDNÄ nach, eine allgemeinverständliche Sprache zu verwenden und einen Überblick über die spannendsten Trends und Erkenntnisse im eigenen Forschungsfeld zu geben. Die anschließenden Diskussionen mit dem Publikum ermöglichten einen facettenreichen Austausch.

    Vortragende waren beispielsweise Nobelpreisträger Prof. Stefan Hell (Nobel-Lecture), Prof. Thomas Klinger, einer der führenden deutschen Fusionsforscher, die Infektionsgenetikerin Prof. Carmen Buchrieser vom Institut Pasteur, Paris, und Prof. Michael Hecker (Leopoldina-Lecture) von der Universität Greifswald. Den Austausch zwischen Wissenschaftlern einerseits und zwischen Forschung und Gesellschaft andererseits förderten mehrere Dialogformate in Zusammenarbeit mit der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech), in denen Themen wie künstliche Photosynthese oder die globale Rolle der Ammoniaksynthese diskutiert wurden.

    Neben Christian Pegel, Minister für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern, der unter anderem an der Podiumsdiskussion zur Fusionsforschung teilnahm, waren Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder und zahlreiche Repräsentanten der Greifswalder Politik- und Forschungslandschaft aktive Gäste der GDNÄ.

    Eine besondere Bedeutung hatte die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses auf der 129. Versammlung der GDNÄ. Etwa 150 Schülerinnen und Schüler besuchten die Versammlung. „Wir wollen jungen Menschen, die sich für die naturwissenschaftliche Forschung oder Medizin interessieren, verstärkt ein Podium bieten“, sagte Präsidentin Neher zu Beginn der Versammlung: „Deshalb freue ich mich, dass wir erstmals Formate realisiert haben, in denen zukünftige Nachwuchsforscher im Mittelpunkt stehen.“ Mit großem Erfolg: Die Kurzvorträge der Jugendlichen und jungen Erwachsenen beim Programmpunkt „Wissenschaft in 5 Minuten“ erfreuten sich großen Zuspruchs. „Dieses Programm werden wir weiterverfolgen und ausbauen“, so Prof. Dr. Neher, die zudem Gründerin und Direktorin des XLAB ist, des Experimentallabors für junge Menschen in Göttingen.

    In Dankesreden stellte das Präsidium der GDNÄ in besonderem Maße die Gastfreundschaft der Stadt Greifswald heraus, die sich unter anderem auch in der außergewöhnlichen finanziellen Unterstützung der Versammlung durch vielfältige Spender der Region Greifswald äußerte. Den jeweils für eine Versammlung ernannten örtlichen Geschäftsführern ‚Wissenschaft’ und ‚Wirtschaft’, Prof. Dr. Thomas Klinger (IPP) und Ulrich Wolff (Vorstandsvorsitzen-der der Sparkasse Vorpommern), sowie den Gruppenvorsitzenden der GDNÄ dankte Präsidentin Neher besonders herzlich.