• DE
  • EN
  • Für Lehrer

    Lehrerinnen und Lehrer der naturwissenschaftlichen Fächer sind für die GDNÄ wichtige Partner, um die Begeisterung von Schülerinnen und Schülern für die Naturwissenschaften zu wecken und zu fördern. Dabei wird sie dankenswerterweise von der Bayer-Science & Education Foundation unterstützt. Die Stiftung zeichnet seit 2012 besonders engagierte Lehrkräfte mit einem Reisestipendium für die Teilnahme an den Versammlungen aus. Die Resonanz auf dieses Programm ist ausgesprochen positiv. Auf dieser Seite berichten zwei Lehrkräfte, Monika Pastor und Thomas Fleischer, über ihre Erfahrungen und Ideen zur Weiterentwicklung des Programms.

    Für mehr Brücken zwischen Wissenschaft und Schule

    Monika Pastor ist Lehrerin für Physik und Chemie an der Gesamtschule Leverkusen Schlebusch. Sie unterrichtet dort in den Sekundarstufen 1 und 2. Gefördert von der Bayer Science & Education Stiftung nahm Frau Pastor an zwei GDNÄ-Versammlungen teil – und freut sich schon auf das nächste Mal.

    Frau Pastor, bei welchen Versammlungen waren Sie dabei?

    MP: Zuletzt 2018 in Saarbrücken, wo es um die Digitalisierung der Wissenschaften ging. Zwei Jahre davor habe ich an der Versammlung in Greifswald mit dem Schwerpunkt Naturwissenschaften und Medizin teilgenommen.

    Dass Schulpädagogen wissenschaftliche Tagungen besuchen, ist nicht selbstverständlich. Was hat Sie dazu bewogen?

    MP: Da muss ich ein wenig ausholen. Die Geschichte begann vor ein paar Jahren mit den Vorbereitungen für eine Lernwerkstatt an unserer Schule. Das ist eine besondere Lernform, bei der Schüler eigene Fragestellungen entwickeln können und selbstständig nach Lösungen suchen. Ich hatte damals die Bayer-Stiftung in Leverkusen angeschrieben und um Fördermittel gebeten – mit Erfolg. Zwei Jahre später lag eine Einladung zur Versammlung in Greifswald in meinem Briefkasten, einfach so. Ich fand die Idee spannend und habe zugesagt.

    Es war Ihre erste GDNÄ-Versammlung. Welchen Eindruck hatten Sie?

    MP: Die Vorträge waren hervorragend und für mich zum überwiegenden Teil auch gut verständlich. Was ich besonders toll fand, waren die Einblicke in laufende Forschungsvorhaben. Wir Lehrer müssen uns natürlich immer fragen, wie das alles in der Schule vermittelbar ist und ob es sich in den Lehrplan integrieren lässt.

    Wie packen Sie diese Aufgabe an?

    MP: Was mir immer sehr hilft, ist die Diskussion mit Fachkollegen. Das war bei beiden Versammlungen vor Ort möglich, weil eine Kollegin aus meiner Schule mit dabei war. Auch sie hatte ein Reisestipendium bekommen. Wir haben die Reisen zusammen geplant und sehr von unserem Austausch profitiert.

    Welche Anregungen aus den Versammlungen konnten Sie in Ihrer Schule umsetzen?

    MP: Zum Beispiel die Erkenntnis, dass Fullerene, also hochsymmetrische Moleküle aus Kohlenstoffatomen, sich als Transportmittel für Arzneistoffe eignen. Davon hatte ich in Greifswald erfahren und das neue Wissen ließ sich sehr gut in eine Unterrichtseinheit integrieren. In Saarbrücken erfuhr ich, wie gut Graphen sich für den Einsatz in Lithium-Batterien eignet. Das wiederum passt ausgezeichnet zu unserem Oberstufen-Curriculum, in dem es unter anderem um Elektrochemie und neue Materialien aus Kohlenstoff geht

    Sie konnten sich bei den Versammlungen mit Ihrer Kollegin austauschen. Gab es dort auch Kontakte zu anderen Lehrern?

    MP: Wir wussten gar nicht, ob noch andere Lehrer vor Ort sind und haben auch nicht versucht, das herauszufinden. Uns genügte erstmal der Austausch untereinander. Aber für die Zukunft könnte ich mir sehr gut vorstellen, mit Kollegen aus anderen Schulen und Bundesländern über die neuen Impulse aus der Wissenschaft zu diskutieren. Die Ergebnisse könnte man dann weitertragen in die Lehrerfortbildung, in der ich mich seit vielen Jahren engagiere.

    Gibt es auch schon Ideen, wie sich der Kontakt zwischen GDNÄ und Schule weiter ausbauen ließe?

    MP: Da gibt es viele Möglichkeiten. Ein Ansatzpunkt wäre der Projektunterricht in der Oberstufe. An unserer Schule stehen die Global Goals im Vordergrund. Bei den letzten Projekten ging es zum Beispiel um Wasserstoff-Autos, Mineralöle in Kosmetika und Krebstherapien. Die Themen kommen von den Schülern und sie sollen weitgehend eigenständig nach Lösungen suchen – vor allem außerhalb der Schule. Da wären Kontakte zu Wissenschaftlern sehr nützlich.

    Sind Sie bei der nächsten Versammlung in Würzburg dabei?

    MP: Ich würde ausgesprochen gern kommen und hoffe, dass wir wieder ein Reisestipendium erhalten. Mit dem Geld können wir Unterkunft und Kongressgebühren bezahlen – das erleichtert uns die Teilnahme doch sehr. Der Würzburger Themenschwerpunkt „Wissenschaft im Bild“ lässt sich gut für die Schule nutzen. Ich hätte da schon ein paar Ideen.

    Monika Pastor

    „Physikunterricht auf der Höhe der Zeit“

    Thomas Fleischer leitet die Thüringer Gemeinschaftsschule (TGS) „Carl Zeiss“ Weimar. Er war sowohl bei der Versammlung 2016 in Greifswald als auch 2018 in Saarbrücken dabei und schildert hier seine Eindrücke als Lehrer-Stipendiat

    Herr Fleischer, Sie sind bereits zu zwei Versammlungen der GDNÄ gereist. Würden Sie auch ein drittes Mal teilnehmen?

    TF: Auf jeden Fall. Der nächste Termin ist notiert und ich halte mir die Tage schon seit Längerem frei.

    Was reizt Sie an dieser Wissenschaftstagung?

    TF: Ich treffe dort auf Menschen, die ich sonst nicht kennenlernen würde. Die Vorträge von Nobelpreisträgern und anderen hochkarätigen Forschern – in dieser Konzentration ist das wirklich etwas Besonderes. Wenn ich nach Hause fahre, nehme ich einen Überblick über neue Entwicklungen in meinen Fachgebieten, der Physik und Astronomie mit – und dazu eine Menge Anregungen für den Unterricht.

    Können Sie das bitte an einem Beispiel erläutern?

    TF: Bei der Tagung in Greifswald erfuhr ich viel Neues über Gravitationswellendetektoren und Teilchenbeschleuniger. Davon haben anschließend auch meine Schüler profitiert – mit einem Physikunterricht auf der Höhe der Zeit. Oder der Vortrag über selbstfahrende Autos, der sehr gut zum naturwissenschaftlichen Unterricht und Robotik-Projekt an meiner Schule passte. Ein sehr erfolgreiches Projekt übrigens.

    Inwiefern?

    TF: Die kleinen autonomen Roboter, die unsere Schüler entwickeln, sind unter anderem in einem Mitteldeutschland-Wettbewerb schon auf den dritten Platz gekommen. Bei einem dieser Wettbewerbe habe ich den Geschäftsführenden Vorstand der Bayer Science & Education Foundation kennengelernt. Er sorgte dafür, dass ich die Einladung zur GDNÄ-Versammlung erhielt.

    Wenn Sie drei Wünsche an die GDNÄ frei hätten, welche wären das?

    TF: Toll wäre es, wenn die Tagung einmal bei uns hier in Weimar stattfinden könnte. Vor einer weiter entfernt stattfindenden Versammlung würde ich gern erfahren, ob weitere Lehrer aus meiner Gegend eingeladen sind. Dann könnten wir uns von Anfang an austauschen und eventuell gemeinsam anreisen. Im Programm fände ich detaillierte Hinweise auf allgemeinverständliche Vorträge hilfreich – manches ist doch sehr speziell für Zuhörer, die nicht genau aus dem Fachgebiet des Redners kommen. Und zwischen den Versammlungen wäre es schön, wenn wir die Verbindung zwischen Schulen und der GDNÄ aufrechterhalten könnten.

    Hätten Sie da eine Idee?

    TF: Was mir sofort einfällt, sind Führungen durch Forschungslabors von GDNÄ-Mitgliedern, am besten in unserer Region. Dafür könnte ich meine Schüler bestimmt begeistern. Wenn wir einmal mit solchen Projekten anfangen, entwickeln sich garantiert weitere Ideen, die für beide Seiten interessant sind.

    Thomas Fleischer