Auszeichnung für Eva-Maria Neher

Auszeichnung für Eva-Maria Neher

Die Biochemikerin und frühere Präsidentin der GDNÄ erhielt die Universitätsmedaille für ihre Verdienste um die Universität Göttingen.

Bei der Akademischen Jahresfeier 2023 der Universität Göttingen wurde die Gründerin und langjährige Leiterin des XLAB – Göttinger Experimentallabor für junge Leute, Professorin Eva-Maria Neher, für ihr besonderes Engagement geehrt.  Sie erhielt die Universitätsmedaille Aureus Gottingensis  für ihre Verdienste um die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und der Chancengleichheit. Die Biochemikerin war in den Jahren 2015 und 2016 Präsidentin der GDNÄ.

In ihrer Laudatio hob Universitätsvizepräsidentin Dr. Valérie Schüller insbesondere die Gründung des XLAB im Jahr 2000 hervor. Das Experimentallabor habe mit seinem Konzept „Hands-on – Wissenschaft zum Anfassen“ zahlreiche Jugendliche, junge Erwachsene und Lehrkräfte in Göttingen für die Wissenschaft begeistert. „Auch 23 Jahre später sind wir von diesem Konzept überzeugt und stolz darauf, dass das XLAB mittlerweile eine feste Einrichtung innerhalb unserer Universitätsstruktur geworden ist“, sagte Schüller.

Eva-Maria Neher leitete das XLAB bis 2018 und ist seither Vorsitzende der von ihr gegründeten XLAB-Stiftung zur Förderung der Naturwissenschaften. Ebenfalls auf ihre Initiative geht das seit 2004 in Göttingen stattfindende XLAB Science Festival zurück.

Bei der Akademischen Jahresfeier in der Aula der Universität Göttingen: Professorin Eva-Maria Neher mit Universitätsvizepräsidentin Dr. Valérie Schüller (rechts). © Universität Göttingen/Peter Heller

© Universität Göttingen/Peter Heller

Bei der Akademischen Jahresfeier in der Aula der Universität Göttingen: Professorin Eva-Maria Neher mit Universitätsvizepräsidentin Dr. Valérie Schüller (rechts). 

Gestalt nimmt nun auch das Begegnungszentrum und Gästehaus an, für das Eva-Maria Neher sich seit Jahren stark macht. Das Ensemble mit Gemeinschaftsflächen und Büros sowie zwei Wohntürmen soll es jungen Menschen aus verschiedenen Ländern erleichtern, sich kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen. Am 24. November 2023 wurde Richtfest gefeiert, die Eröffnung ist für Ende 2024 geplant. Valérie Schüller: „Das Gästehaus wird ein weiterer Beleg dafür sein, dass Göttingen nicht nur ein Ort der Wissenschaft ist, sondern auch einer, der für Willkommenskultur, Gastfreundlichkeit und Internationalität steht.“ 

Eva-Maria Neher sei eine „zielstrebige Projektleiterin und Managerin, die mit viel Ehrgeiz und straffer Organisation die Dinge zum Erfolg führt“,  sagte die Laudatorin. Die Geehrte habe vieles Wichtige in und für Göttingen gestaltet, zusammengehalten und vorangetrieben. Damit gehöre sie zu den Persönlichkeiten, denen die Universität mit der Medaille Aureus Gottingensis danken wolle.

Professorin Eva-Maria Neher mit der Universitätsmedaille Aureus Gottingensis. © Universität Göttingen/Peter Heller

© Universität Göttingen/Peter Heller

Professorin Eva-Maria Neher mit der Universitätsmedaille Aureus Gottingensis.

Zur Person

Als GDNÄ-Präsidentin in den Jahren 2015 und 2016 gestaltete Professorin Eva-Maria Neher die Versammlung in Greifswald zum Thema „Naturwissenschaften und Medizin“. Sie gab dem Schülerprogramm der GDNÄ entscheidende Impulse und engagiert sich bis heute in den Gremien der Naturforschergesellschaft. International bekannt wurde die aus Mülheim an der Ruhr stammende Biochemikerin als Gründerin des XLAB, des Göttinger Experimentallabors für junge Leute.

Von 1969 bis 1973 studierte Neher Biochemie, Organische Chemie und Mikrobiologie an der Georg-August-Universität Göttingen. Sie machte 1974 ihr Diplom und promovierte 1977. Danach war sie als wissenschaftliche Assistentin in renommierten Göttinger Forschungsinstituten tätig.

Im Anschluss an eine Familienpause leitete die fünffache Mutter in den 1990er-Jahren Experimentalkurse in den Fächern Chemie und Biologie an der Freien Waldorfschule Göttingen und entwickelte erste Konzepte für das XLAB. 2009 wurde sie Honorarprofessorin an der Fakultät für Chemie der Universität Göttingen.

Für ihr Engagement in Wissenschaft und Gesellschaft erhielt Eva-Maria Neher zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Niedersächsischen Verdienstorden, den Niedersächsischen Staatspreis und das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland.

Weitere Informationen:

Die GDNÄ gratuliert KI-Pionier Professor Wahlster zur Aufnahme in die Hall of Fame der deutschen Forschung

Die GDNÄ gratuliert KI-Pionier Professor Wahlster zur Aufnahme in die Hall of Fame der deutschen Forschung

Der Informatiker Professor Wolfgang Wahlster, wurde am 12. Oktober im New Institute in Hamburg in die Hall of Fame der deutschen Forschung aufgenommen. Die Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ) gratuliert ihrem früheren Präsidenten und langjährigen Vorstandsmitglied zu dieser hohen Ehre. In die Hall of Fame wurden seit ihrer Gründung im Jahr 2009 erst 30 Persönlichkeiten, darunter neun Nobelpreisträger, berufen. Mit ihrer Lebensleistung haben sie einen herausragenden Beitrag zur Weiterentwicklung der Forschung geleistet und den Wirtschaftsstandort Deutschland im internationalen Wettbewerb gestärkt. 

Der Präsident der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte, Professor Heribert Hofer, gratuliert Professor Wolfgang Wahlster herzlich zur Aufnahme in die Hall of Fame der deutschen Forschung. „Wir freuen uns sehr über diese hohe Ehre für Wolfgang Wahlster, der Präsident der GDNÄ in den Jahren 2017 und 2018 war.“ Hofer schließt sich den Worten von Professorin Margret Wintermantel an, die Wolfgang Wahlster in ihrer Laudatio als einen Wissenschaftler beschrieb, der schon sehr früh die Verbindung zwischen Informatik und Humanwissenschaften, speziell zu Psychologie und Linguistik, gesehen und gestärkt hat. „Sein Verständnis von Human-Computer- Interaction hat neue Perspektiven eröffnet und unser Denken über den vielfältigen Nutzen der KI geprägt“, sagte die Laudatorin bei der Feierstunde in Hamburg.

„Die Berufung in die Hall of Fame ist eine große Ehre und ich danke den Initiatoren, der Jury und der Laudatorin sehr für diese großartige Anerkennung meiner wissenschaftlichen Arbeit der letzten 45 Jahre“, sagte Wolfgang Wahlster, Gründungsdirektor und langjähriger CEO des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI). Er fügte hinzu: „Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, dass bei dem Thema, das mich als Forscher seit Jahrzehnten fasziniert, der maschinellen Sprachverarbeitung, eine solche Ehrung die Wichtigkeit der Fähigkeit zum tiefen Verstehen für Sprachdialogsysteme unterstreicht. Mensch-Technik-Interaktion sollte ein Niveau erreichen, auf dem Menschen und Maschinen nicht nur Hand in Hand zusammenarbeiten, sondern auch Dialoge auf Augenhöhe führen können. KI wird zunehmend in Entscheidungsprozesse einfließen. Diese Entscheidungen müssen hinterfragt und von den Computern im Dialog verlässlich und nachvollziehbar erklärt werden können.“

Schon einmal wurde einem GDNÄ-Präsidenten diese Ehre zuteil: Der Biochemiker und Wissenschaftsmanager Professor Ernst-Ludwig Winnacker – er stand in den Jahren 1999 und 2000 an der Spitze der GDNÄ – ist seit 2017 Mitglied in der Hall of Fame der Deutschen Forschung.

Wahlster © GDNÄE

© GDNÄ

Professor Wolfgang Wahlster

Zur Person

Als einziger Deutscher wird Wolfgang Wahlster bereits seit 2004 auf der Wall of Fame im Heinz Nixdorf MuseumsForum als Pionier der digitalen Welt im Bereich Künstliche Intelligenz gewürdigt. Ausschlaggebend waren seine Arbeiten zum Dolmetschsystem „Verbmobil“. Wahlster ist Mitglied der Königlich-Schwedischen Nobelpreis-Akademie in Stockholm, der Deutschen Nationalakademie Leopoldina, der Akademie der Wissenschaften und Literatur in Mainz, der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften sowie der Tschechischen Akademie der Technikwissenschaften. Für seine Forschungserfolge wurden ihm vom Bundespräsidenten der Deutsche Zukunftspreis, das Verdienstkreuz erster Klasse und das Große Verdienstkreuz verliehen. Unter den weiteren Auszeichnungen sind fünf Ehrendoktorwürden von Universitäten in Darmstadt, Linköping, Maastricht, Prag und Oldenburg. Er ist Fellow der AAAI, EurAI und GI und diente als gewählter Präsident der drei größten weltweiten und europäischen KI- Verbände (IJCAII, EurAI und ACL) sowie der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ). Wolfgang Wahlster ist seit 2019 Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Saarbrücken, Träger des Saarländischen Verdienstordens und Saarlandbotschafter.

Gedenktafel 200 Jahre GDNÄ am Gründungsort Leipzig enthüllt

Gedenktafel 200 Jahre GDNÄ am Gründungsort Leipzig enthüllt

Im Jahr 1822 gründete der Arzt und Naturforscher Lorenz Oken in der Grimmaischen Straße in Leipzig die Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ). Die Gedenktafel zur Erinnerung an die Gründung und an die Feier des 200-jährigen Jubiläums in der Kongresshalle am Zoo Leipzig wurde heute am Ort der Gründung von GDNÄ-Präsident Heribert Hofer zusammen mit dem Geschäftsführer der Jubiläumsversammlung, Zoodirektor Jörg Junhold, und GDNÄ-Generalsekretär Michael Dröscher eingeweiht.
Die Plakette zeigt Lorenz Oken, den Gründer der GDNÄ, und einen Auszug aus der Gründungsurkunde.

Die Plakette zeigt Lorenz Oken, den Gründer der GDNÄ, und einen Auszug aus der Gründungsurkunde.

Am 18. September 1822 wurde die Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte auf Einladung des Naturforschers und Arztes Lorenz Oken (1779–1851) von freigeistigen Persönlichkeiten gegründet. Man traf sich zur ersten Versammlung in der Grimmaischen Straße in Leipzig. Genau an dieser Stelle hat heute der Präsident der GDNÄ, Professor Heribert Hofer, zusammen mit dem Geschäftsführer der Jubiläumsversammlung, Zoodirektor Professor Jörg Junhold und GDNÄ-Generalsekretär Professor Michael Dröscher eine Gedenktafel der Öffentlichkeit übergeben. 

„Wir erinnern mit dieser Tafel an die Gründung unserer Gesellschaft und die herausragende Persönlichkeit Lorenz Oken, der in der Zeit der Restauration und Repression am Anfang des 19. Jahrhunderts den Mut und den Gestaltungswillen hatte, eine freie Versammlung für den Austausch unter Wissenschaftlern einzuladen, um sich kennen und schätzen zu lernen und vereint die Wissenschaften nach vorne zu bringen“, sagte Professor Heribert Hofer. „Die Tafel erinnert zugleich an die große Jubiläumsfeier mit 800 Teilnehmenden in der Kongresshalle am Zoo im September 2022“, sagte der Gastgeber der Jubiläumsversammlung, Professor Jörg Junhold. Generalsekretär Professor Michael Dröscher bedankte sich beim Eigentümer des Gebäudes für die Genehmigung, die Tafel am Gründungsort, Ecke Reichstraße Grimmaische Straße, anbringen zu dürfen.

Im Zentrum Leipzigs wird jetzt der GDNÄ-Gründung im Jahr 1822 gedacht © Ulmer/Zoo Leipzig

© Ulmer/Zoo Leipzig

Im Zentrum Leipzigs wird jetzt der GDNÄ-Gründung im Jahr 1822 gedacht: GDNÄ-Präsident Professor Heribert Hofer, Generalsekretär Professor Michael Dröscher und der Geschäftsführer der Jubiläumsversammlung, Zoodirektor Professor Jörg Junhold (von links nach rechts), bei der Einweihung der Gedenktafel  in der Grimmaischen Straße, Ecke Reichsstraße.

Schülerprogramm: Teamporträts jetzt auf Instagram

Schülerprogramm

Teamporträts jetzt auf Instagram

Neu auf dem GDNÄ-eigenen Instagram-Kanal @gdnae.society sind kurze Videoporträts von sechs Schülerprogramm-Teams aus Biologie, Chemie, Mathematik, Medizin, Physik und Technik. Die jungen Leute schildern vor der Kamera, wie sie die 200-Jahr-Feier der GDNÄ erlebten und was die Teilnahme am Schülerprogramm für ihre Zukunft bedeutet. Auf Instagram werden die Teamporträts sukzessive veröffentlicht.

Die Instagram-Beiträge wurden von einem jungen Team von der Stuttgarter Hochschule der Medien produziert. Zum Team gehören Gloria Gamarnik, Lena Dagenbach und Maren Krämer, drei Studentinnen aus dem Studiengang Crossmedia-Redaktion/Public Relations. Während der Jubiläumsfeier Leipzig versorgten sie die Instagram-Gemeinde mit tagesaktuellen Impressionen vom Konferenzgeschehen. Schwerpunkt der Berichterstattung war das Schülerprogramm der GDNÄ. Geleitet wird das GDNÄ-Instagram-Projekt von Dr. Alexander Mäder, Wissenschaftsjournalist und Professor an der Medienhochschule.

Nobelpreisträger Paul J. Crutzen

© Webster2703 / Pixabay

Schülerprogramm 2022: Alle Teams im Kurzporträt

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Schülerprogramm 2022: Stipendiaten ziehen Bilanz.

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Schülerprogramm 2022: Ehemalige Stipendiaten berichten.

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Schülerprogramm 2022: Das Team Biologie stellt sich vor.

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Schülerprogramm 2022: Das Team Chemie stellt sich vor.

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Schülerprogramm 2022: Das Team Mathematik stellt sich vor.

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Schülerprogramm 2022: Das Team Medizin stellt sich vor.

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Schülerprogramm 2022: Das Team Physik stellt sich vor.

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Schülerprogramm 2022: Das Team Technik stellt sich vor

Wechsel im Vorstand

Wechsel im Vorstand

Heribert Hofer ist neuer Präsident der GDNÄ

Mit dem international renommierten Wildtierforscher übernimmt ein engagierter Förderer junger Talente die Präsidentschaft.

Professor Heribert Hofer, Direktor des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin, steht seit dem 1. Januar 2023 an der Spitze der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ). Der renommierte Zoologe wurde von der Mitgliederversammlung für die beiden Jahre 2023 und 2024 in das Präsidentenamt gewählt und ist damit zuständig für die wissenschaftliche Gestaltung der 133. Versammlung im Jahr 2024 in Potsdam. Als Präsident löst er den Pharmakologen Professor Martin Lohse ab, der für zwei Jahre in das Amt des 1. Vizepräsidenten wechselt.

Heribert Hofer (62) leitet das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin-Friedrichsfelde seit dem Jahr 2000. Bis 2017 war er gleichzeitig Leiter der Abteilung für Evolutionäre Ökologie an seinem Institut. Seit 2000 ist Hofer zudem Professor für Interdisziplinäre Wildtierforschung an der Freien Universität Berlin. Vor seiner Berliner Zeit forschte er von 1986 bis 1999 am Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie im bayerischen Seewiesen, zunächst als Postdoktorand, später als selbstständiger Wissenschaftler. 1997 habilitierte er sich an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit einer Arbeit über das Verhalten von Tüpfelhyänen in der Serengeti-Savanne. Sein Studium der Zoologie begann Heribert Hofer an der Universität des Saarlandes und schloss es an der Universität Oxford mit der Promotion zum „DPhil“ ab.

Der GDNÄ ist der international bekannte Wissenschaftler seit vielen Jahren eng verbunden. Er engagierte sich auf vielfältige Weise: als gewählter Fachvertreter und Gruppenvorsitzender für das Fach Biologie, mit Redebeiträgen auf Versammlungen und als 2. Vizepräsident bei der Vorbereitung der 200-Jahr-Feier in Leipzig. Besonders wichtig ist Heribert Hofer neben dem Dialog mit der Öffentlichkeit die Förderung junger Talente im Rahmen des GDNÄ-Schülerprogramms.

Wechsel im Präsidentenamt

Wechsel im Präsidentenamt

Blick zurück, Blick nach vorn

Liebe Mitglieder der GDNÄ,

mit diesem Jahr endet meine Amtszeit als Präsident der GDNÄ. Die Corona-Pandemie hat uns gezwungen, die ursprünglich für 2020 in Würzburg geplante Tagung zuerst in das Folgejahr zu verlegen und sie schließlich mit der Leipziger Jubiläumstagung im September 2022 zu fusionieren. Damit hat sich auch meine Präsidentschaft auf ungewöhnliche vier Jahre verlängert.

Das erste dieser Jahre, 2019, diente der Vorbereitung der Tagung zum Thema „Wissenschaft im Bild“, dem Gewinnen von Sprechern, dem Konzipieren eines Rahmenprogramms. Das zweite Jahr, 2020, fand praktisch nur online statt, nachdem die Bundesregierung im März den Lockdown beschlossen hatte. Auch danach waren Treffen in Gruppen zeitweise verboten oder nicht ratsam. Mit einer Expertengruppe aus GDNÄ-Mitgliedern, Landesakademien und ifo-Institut entstand im März eine Stellungnahme zum Umgang mit der Corona-Pandemie, der sich vom restriktiven Kurs der Leopoldina abhob. Die Vorschläge zu einer schrittweisen Öffnung sind vor dem Hintergrund unserer nunmehr fast zweijährigen Pandemie-Erfahrung nach wie vor interessant und aktuell. Mit dieser Stellungnahme eröffneten wir Anfang April 2020 unsere neue Website www.gdnae.de, die mit Hilfe von Nachrichten,  Berichten, Porträts und Interviews für lange Zeit das wesentliche Instrument der Kommunikation wurde. Danke an alle, die hieran mitwirkten, vor allem an unsere Redakteurin Lilo Berg.

Im dritten Jahr, 2021, standen – überraschend schnell – Impfstoffe gegen das SaRS-CoV2-Virus zur Verfügung. Selbst wenn manche in der Bevölkerung (und auch in der GDNÄ) den Injektionen skeptisch gegenüberstanden, zeigt der Blick zurück ebenso wie der heutige Blick nach China, dass sie eine zentrale Rolle bei der Überwindung der Pandemie spielten. Aber der Fortschritt war zu langsam, um eine große Versammlung abhalten zu können, und so musste die für September geplante Würzburger Tagung völlig ausfallen.

Dieses Jahr, 2022, war einerseits gekennzeichnet von sehr hohen Covid-Fallzahlen bei abnehmender Erkrankungsschwere und zurückgehenden Todeszahlen. Andererseits wurde die Krise der Pandemie abgelöst von der Krise, die der Angriff auf die Ukraine verursachte. Es wurde deutlich, dass wir persönlich und als Gesellschaft nur bedingt krisenfest und resilient sind – eine Beobachtung, die uns beschäftigen sollte! Trotz dieser Situation haben wir mit Optimismus die Erstellung der Festschrift Wenn der Funke überspringt und die Planung der Jubiläumstagung betrieben und wurden bei beidem reich belohnt! Schauen Sie doch noch einmal zurück: „Festschrift zum GDNÄ-Jubiläum“ und „200 Jahre GDNÄ – Rückblick auf die Jubiläumsversammlung 2022″

Ich bin sehr dankbar für die Möglichkeit, beides betreiben zu dürfen, und ich danke allen, die all das möglich gemacht haben: den vielen hervorragenden Sprechern, die Einblicke in ihre Forschung gaben, den Dozenten, die das Schülerprogramm auf einen guten Weg brachten, dem Vorstandsrat und den Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle sowie dem Team um unseren lokalen Partner Jörg Junhold vom Leipziger Zoo. Mein Dank gilt auch allen, die an der Festschrift mitgewirkt haben, den Autorinnen und Autoren, Lilo Berg für die Redaktion und Thomas Liebscher vom Passage-Verlag für die Gestaltung. Ohne finanzielle Unterstützung wären Tagung, Schülerprogramm und Festschrift nicht möglich gewesen: Hierfür danke ich der Wilhelm- und Else-Heraeus-Stiftung, der Bayer-Stiftung, der AKB-Stiftung und der Klaus Tschira Stiftung.

Martin Lohse 2022 © MIKA-fotografie | Berlin

© MIKA-fotografie | Berlin

Der Pharmakologe Professor Martin Lohse war GDNÄ-Präsident von 2019 bis 2022. Er wechselte am 1. Januar 2023 in das Amt des 1. Vizepräsidenten.

Jetzt geht der Blick nach vorn. In der Mitgliederversammlung in Leipzig wurde Anke Kaysser-Pyzalla, die Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), in das Amt der 2. Vizepräsidentin gewählt; 2025 wird sie die Präsidentschaft übernehmen. Satzungsgemäß wird Heribert Hofer, Direktor des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin, im Januar das Amt des Präsidenten 2023/24 übernehmen. Beide möchte ich in ihren neuen Funktionen begrüßen und ihnen alles Gute für ihre Aufgaben wünschen. Michael Dröscher wird weiterhin als Schatzmeister und Generalsekretär fungieren; ich selbst werde die Rolle des 1. Vizepräsidenten übernehmen.

Wir haben dieses Jahr zum ersten Mal die Wahl der Fachvertreter elektronisch durchgeführt. Gewählt wurden Marion Merklein (Erlangen-Nürnberg) für die Ingenieurwissenschaften, Uwe Hartmann (Saarbrücken) für Physik/Geologie und Peter Liggesmeyer (Kaiserslautern) für Mathematik/Informatik. Alle, die sich in der GDNÄ neu engagieren werden, heiße ich herzlich willkommen.

Es ist viel zu tun, um die nächste Versammlung 2024 in Potsdam vorzubereiten und die GDNÄ zukunftsfest zu machen. Bewährt hat sich die Einbindung junger Menschen, vor allem im Rahmen des Schülerprogramms. Und wie zuletzt bei der Verleihung der Lorenz-Oken-Medaille an Mai Thi Nguyen-Kim im Oktober angekündigt, wollen wir den Dialog mit der Gesellschaft weiter ausbauen.

Ich habe die GDNÄ als vitale Gesellschaft mit vielen tatkräftigen Mitgliedern erlebt und bin dankbar dafür, dass ich sie auf dem Weg in ihr drittes Jahrhundert begleiten durfte. Es war eine reiche Zeit!

Ich grüße Sie in herzlicher Verbundenheit und wünsche Ihnen und den Ihren alles Gute für das neue Jahr.

Ihr

Lennart Resch

Martin Lohse, Präsident der GDNÄ

Nobelpreisträger Paul J. Crutzen

© MIKA-fotografie | Berlin

Der Zoologe Professor Heribert Hofer war Vizepräsident von 2021 bis 2022. Er hat die GDNÄ-Präsidentschaft am 1. Januar 2023 übernommen.

Prof. Dr. Anke Kaysser-Pyzalla © DLR

© DLR

Professorin Anke Kaysser-Pyzalla ist Ingenieurin. Sie tritt ihr Amt als 2. Vizepräsidentin der GDNÄ am 1. Januar 2023 an.