Im Rahmen des traditionellen Nobel-Vortrags hat der Physiker und Nobelpreisträger Klaus von Klitzing im voll gefüllten Saarländischen Staatstheater in Saarbrücken das Publikum der 130. Versammlung der GDNÄ begeistert. Mit Humor und Esprit beschrieb von Klitzing die Geschichte seiner wissenschaftlichen Arbeit und erklärte auf auch für Nicht-Physiker verständliche Weise die Grundlagen für die Revolution, die seine Forschung bei der Neudefinition des Kilogramms spielt.
Der Titel seines Vortrags lautete: Vom Nobelpreis zu einer neuen Definition des Kilogramms - Eine Idee von Max Planck wird Wirklichkeit.
Klaus v. Klitzing erhielt den Nobelpreis für Physik 1985 für die Entdeckung des Quanten-Hall-Effektes. Von Beginn an war klar, dass hier ein neuer elektrischer Widerstand entdeckt wurde, dessen Wert nur von Naturkonstanten abhängt und heute durch die von-Klitzing-Konstante charakterisiert ist. 33 Jahre später, am 16. November 2018, wurde diese Konstante Teil eines neuen, auf Naturkonstanten beruhenden globalen Maßsystems. An diesem Tag stimmten die Delegierten der Generalkonferenz für Maß und Gewicht in Versailles über ein neues Einheitensystem ab, wobei auch das Kilogramm durch eine Naturkonstante ersetzt wurde. Das Ergebnis dieser Sitzung wurde von manchen als größte Revolution seit der Französischen Revolution bezeichnet. Im Jahr 1799 wurde nämlich mit der Herstellung eines Ur-Meters und Ur-Kilogramms die Grundlage für ein weltumfassendes Einheitensystem geschaffen, welches der Vorgabe ‚A tous les temps, à tous les peuples‘ am ehesten entsprach. Diese Einheiten sind jedoch heutzutage nicht mehr stabil genug.