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Hohe Ehrung für Katharina Kohse-Höinghaus

Hohe Ehrung für Katharina Kohse-Höinghaus

Die Physikochemikerin und GDNÄ-Gruppenvorsitzende erhielt die Ehrenmitgliedschaft der Bunsen-Gesellschaft

Bei der Jahresversammlung der Deutschen Bunsen-Gesellschaft für physikalische Chemie, der Bunsen-Tagung 2026 in Dresden, wurde Seniorprofessorin Katharina Kohse-Höinghaus für ihre Verdienste um die Gesellschaft mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet. Wie Professorin Melanie Schnell (DESY Hamburg und Universität Kiel) in ihrer Laudatio hervorhob, ist Kohse-Höinghaus die erste Frau unter den bisher 58 Ehrenmitgliedern in mehr als 130 Jahren. Die Bunsen-Tagung 2026 fand vom 30. März bis 1. April zum Thema „Properties and Processes under Confinement” statt.

 © DBG / Heike Kolossa

Festliche Verleihung: Der Präsident der Deutschen Bunsen-Gesellschaft, Professor Robert Franke, überreicht Professorin Katharina Kohse-Höinghaus die Ehrenmitgliedschafts-Urkunde.

Die Ehrenmitgliedschaft wird seit 1894 vergeben für, so die Website der Gesellschaft, „richtungweisende, erfolgreiche, national und international herausragende Arbeiten, für hervorragende Wegbereiter der physikalisch-chemischen Wissenschaft und Technik und in Anerkennung besonderer Verdienste um die ideelle und materielle Förderung der physikalischen Chemie“. Namhafte und prägende Persönlichkeiten der Physik und Chemie wurden so geehrt, darunter Robert Wilhelm Bunsen, Svante Arrhenius, Max Planck, Walther Nernst und Otto Hahn sowie in jüngerer Zeit Manfred Eigen, Gerhard Ertl und Stefan Hell.

Katharina Kohse-Höinghaus ist der Bunsen-Gesellschaft seit vielen Jahren in prominenter Funktion verbunden. Hervorzuheben sind ihre Präsidentschaft in den Jahren 2007 und 2008 (ebenfalls als erste und bisher einzige Frau), die Mitorganisation der Bunsen-Tagung in Bielefeld 2010, die Verleihung der Wilhelm-Jost-Gedächtnisvorlesung der Gesellschaft zusammen mit der Niedersächsischen Akademie zu Göttingen 2012 und die Auszeichnung mit der Walther-Nernst-Denkmünze 2020.

Die Ehrenmitgliedschaft wurde erstmalig am 30. März, dem Geburtstag von Robert Wilhelm Bunsen, verliehen. „Es freut mich sehr, dass ich diese Auszeichnung 50 Jahre nach meiner ersten Teilnahme an einer Bunsen-Tagung im Jahr 1976, damals noch als Doktorandin, erhalten habe“, sagt Katharina Kohse-Höinghaus.

Saarbrücken 2018 © Robertus Koppies

© Universität Bielefeld / Norma Langohr

Prof. Dr. Katharina Kohse-Höinghaus.

Zur Person

Katharina Kohse-Höinghaus ist Seniorprofessorin für Physikalische Chemie an der Universität Bielefeld. Die 74-Jährige ist international bekannt für die Diagnostik von Verbrennungsvorgängen mittels Laserspektroskopie und Massenspektrometrie.

Von 1994 bis 2017 leitete sie an der Universität Bielefeld einen Lehrstuhl für Physikalische Chemie. Zuvor forschte Kohse-Höinghaus an verschiedenen Institutionen im In- und Ausland 1992 habilitierte sie sich mit einem Thema aus der Energietechnik an der Universität Stuttgart. Auf Initiative von Katharina Kohse-Höinghaus wurde im Jahr 2000 eines der ersten deutschen Mitmachlabore, das teutolab, gegründet. Inzwischen gibt es Satellitenlabore in der Region Bielefeld, im europäischen Ausland und in Asien.

Die international renommierte Wissenschaftlerin ist Mitglied mehrerer Akademien, darunter die Leopoldina und die acatech, sowie zahlreicher Gremien und Wissenschaftseinrichtungen im In- und Ausland. Sie erhielt viele Auszeichnungen, zum Beispiel das Bundesverdienstkreuz am Bande sowie Ehren- und Gastprofessuren in mehreren Ländern. Im Jahr 2007 wurde sie als erste Frau zur Präsidentin der Deutschen Bunsen-Gesellschaft gewählt. Als erste Europäerin war Katharina Kohse-Höinghaus von 2012 bis 2016 Präsidentin des International Combustion Institute. Sie ist seit vielen Jahren Mitglied der GDNÄ und zählt zu den Mitgestaltern der wissenschaftlichen Tagungsprogramme im Bereich Technikwissenschaften. Bei der GDNÄ-Versammlung 2026 in Bremen ist sie Gruppenvorsitzende für den Bereich Ingenieurwissenschaften.

Fraunhofer-Medaille für Michael Dröscher

Fraunhofer-Medaille für Michael Dröscher

Der GDNÄ-Generalsekretär wird für seine Verdienste um die Fraunhofer-Gesellschaft geehrt.

Die Fraunhofer-Gesellschaft ehrt Professor Michael Dröscher mit der Fraunhofer-Medaille 2026. Der Generalsekretär und Schatzmeister der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte wurde Anfang 2026 für seine besonderen Verdienste um die Fraunhofer-Gesellschaft ausgezeichnet. Als Vertreter des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft wirkte Michael Dröscher 25 Jahre lang in der Jury für die Vergabe des Joseph-von-Fraunhofer-Preises, der höchsten Auszeichnung der anwendungsorientierten deutschen Forschungsorganisation. Er habe der Fraunhofer-Gesellschaft wichtige Impulse gegeben und sei als Vorsitzender mehrerer wissenschaftlicher Fachgesellschaften beharrlich für die engere Verzahnung von Wissenschaft und Industrie eingetreten, schreibt Fraunhofer-Präsident Professor Holger Hanselka auf LinkedIn.

Die Fraunhofer-Gesellschaft ist eine der führenden deutschen Organisationen für anwendungsorientierte Forschung. Knapp 32 000 Mitarbeitende an 75 Instituten und selbstständigen Forschungseinrichtungen in Deutschland erarbeiten das jährliche Finanzvolumen von 3,6 Milliarden Euro. Davon entfallen 3,1 Milliarden Euro auf das zentrale Geschäftsmodell von Fraunhofer, die Vertragsforschung.

In diesem Jahr feiert die Fraunhofer-Gesellschaft den 200. Todestag ihres Namensgebers Joseph von Fraunhofer (1787-1826). Der Münchener Gelehrte war als Wissenschaftler, Erfinder und Unternehmer gleichermaßen erfolgreich.

Die Fraunhofer-Medaille wurde am 6. März 1987 anlässlich des 200. Geburtstages von Joseph von Fraunhofer entworfen. Die Vorderseite ziert das Portrait Fraunhofers, die Rückseite eine Ansicht seiner Geburtsstadt Straubing.

Michael Droescher © MIKA-fotografie | Berlin

© MIKA-fotografie | Berlin

Prof. Dr. Michael Dröscher, Generalsekretär und Schatzmeister der GDNÄ.

Zum Weiterlesen:

© FHG

Fraunhofer-Medaille

Konrad-Zuse-Medaille für Wolfgang Wahlster

Konrad-Zuse-Medaille für Wolfgang Wahlster

Der Altpräsident der GDNÄ wurde für herausragende Beiträge zur KI-Forschung geehrt.

Die Gesellschaft für Informatik (GI) verlieh Professor Wolfgang Wahlster, dem ehemaligen Präsidenten der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ) und langjährigen Vorsitzenden der Geschäftsführung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), die renommierte Konrad-Zuse-Medaille für Verdienste um die Informatik. Mit dieser Auszeichnung würdigt die GI die herausragenden wissenschaftlichen Leistungen und das außergewöhnliche Engagement eines Forschers, der die KI-Forschung in Deutschland und Europa nachhaltig geprägt hat. Die feierliche Verleihung fand am 17. September 2025 in Potsdam statt.

Wolfgang Wahlsters wissenschaftliches Lebenswerk reicht von wegweisender Grundlagenforschung bis hin zum erfolgreichen Transfer in die industrielle Praxis. Internationale Anerkennung erlangte er unter anderem durch Pionierleistungen in den Bereichen Sprachdialogsysteme, multimodale Mensch-Maschine-Interaktion und Dolmetsch-Systeme für Spontansprache.

Wolfgang Wahlster prägte das DFKI seit dessen Gründung und baute es in seiner Zeit als Vorsitzender der Geschäftsführung von 1997 bis 2019 zu einem der weltweit größten und renommiertesten KI-Forschungszentren aus. Unter seiner Leitung entwickelte sich das DFKI einem starken Kooperationspartner für die Industrie. Wahlster initiierte zahlreiche Leuchtturmprojekte, förderte den Transfer von Forschung in wirtschaftliche Anwendungen und vertrat Deutschland international als KI-Vordenker. Als Chefberater ist er dem DFKI weiterhin eng verbunden.

GI-Präsidentin Christine Regitz sagt: „Wolfgang Wahlster ist nicht nur ein außerordentlich einflussreicher Wissenschaftler, sondern auch ein sehr erfolgreicher Hochschullehrer und Wissenschaftsmanager, der die europäische KI-Forschung maßgeblich geprägt hat. Darüber hinaus bringt er seine Expertise in politische und gesellschaftliche Debatten ein und bezieht klar Stellung, etwa zum Thema Datenethik.“

Wolfgang Wahlster sagt: „Die Verleihung der höchsten Auszeichnung der GI ist für mich auch deshalb eine große Freude, weil sie der Künstlichen Intelligenz – meinem Forschungsgebiet in der Informatik seit nunmehr 50 Jahren – den angemessenen Stellenwert und die verdiente Anerkennung verleiht. Ich hatte das Privileg, mehrfach mit Konrad Zuse als einem der Väter des Computers längere Fachgespräche führen zu können. Ich hatte auch das Glück, die Geburt der KI in Deutschland mitgestalten zu dürfen, und veröffentlichte bereits 1975 mein erstes Forschungsresultat zu Sprachdialogsystemen, wie sie heute durch Chat-GPT weithin bekannt sind. Nach Phasen der Skepsis und manchen Rückschlägen ist es für mich eine Freude, nun die bislang größte Blütezeit der KI mitzuerleben.“

Als Präsident der GDNÄ leitete Wolfgang Wahlster die 130. Versammlung der Naturforschergesellschaft im Jahr 2018 in Saarbrücken. Nach seiner Zeit im Präsidium engagierte er sich als Mitglied im Vorstandsrat für die Belange der GDNÄ.

Wolfgang Wahlster ist in zahlreichen renommierten Wissenschaftsinstitutionen aktiv. Neben der GDNÄ zählen dazu die Akademie der Wissenschaften und Literatur in Mainz, die königlich-schwedische Nobelpreis-Akademie in Stockholm, die Nationalakademie Leopoldina, die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (acatech) und die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. Als Doktorvater hat Professor Wahlster 77 Dissertationen betreut; 22 seiner ehemaligen Doktoranden sind heute selbst Lehrstuhlinhaber.

 

Auszeichnung für herausragende Wissenschaftskommunikation

Auszeichnung für herausragende Wissenschaftskommunikation

Die Lorenz-Oken-Medaille 2025 geht an den YouTuber und Autor Jacob Beautemps

Am 3. Dezember 2025 wird die Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ) ihre Lorenz-Oken-Medaille im Rahmen des Forums Wissenschaftskommunikation in Stuttgart verleihen. Die Auszeichnung erhält der YouTuber, Moderator und Autor Jacob Beautemps für seine herausragenden Beiträge zur Vermittlung von Wissenschaft.

Mit seinem Kanal „Breaking Lab“ sei Dr. Jacob Beautemps einer der erfolgreichsten Wissenschafts-YouTuber mit mehr als 700.000 Followern in Deutschland, heißt es in der Preisbegründung. Auch im linearen Fernsehen erreiche Beautemps eine breite Öffentlichkeit. In seinem Buch „Unsere Zukunft neu denken“ zeige er, wie Wissenschaft die Zukunft gestalten kann. „Er vermittelt komplexe Themen auf verständliche und innovative Weise und erreicht damit insbesondere junge Menschen“, urteilt das Auswahlgremium.

In seinem Impulsvortrag „Der wichtigste Skill des 21. Jahrhunderts“ wird Jacob Beautemps in Stuttgart erläutern, warum diese Fähigkeit das Lernen ist. Wissen sei das Wertvollste, das wir besitzen, sagt der 32-Jährige, und der Transfer von Wissen essenziell für unseren Fortschritt. Doch gerade das Kommunizieren von Wissen komme in der Ausbildung zu kurz. Beautemps wird in seinem Vortrag sechs Regeln erfolgreicher Wissensvermittlung vorstellen. Wer sie beherzige, so Beautemps, dem höre das Publikum zu und behalte die Botschaft im Gedächtnis.

© '5 gegen Jauch' (RTL)

Wissenschaftsvermittler Jacob Beautemps in Aktion: Der designierte Träger der Lorenz-Oken-Medaille 2025 erreicht ein großes Publikum, darunter sehr viele junge Leute.

Die Medaille erinnert an Lorenz Oken, der die GDNÄ im Jahr 1822 gründete – auch mit dem Anliegen, den Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu fördern. Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre verliehen. Zu den Preisträgern zählen der Moderator und Regisseur Armin Maiwald („Sendung mit der Maus“), die Fernsehmoderatorin und YouTuberin Mai thi Nguyen-Kim und der Fernsehmoderator Gert Scobel („scobel“).

Forum Wissenschaftskommunikation 2025

Schwerpunkt des Forums Wissenschaftskommunikation 2025 ist das Thema Algorithmen, Plattformen und KI: Wissenschaftskommunikation im digitalen Wandel“. Es findet am 3. und 4. Dezember in der Liederhalle Stuttgart statt. Das Forum Wissenschaftskommunikation ist die größte Fachtagung für Wissenschaftskommunikation im deutschsprachigen Raum. Veranstaltet wird sie seit 2008 jährlich von Wissenschaft im Dialog (WiD), der gemeinsamen Organisation der deutschen Wissenschaft für Wissenschaftskommunikation. Die GDNÄ zählt von Anfang an zu den Mitgliedern.

 

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© Boris Breuer

Dr. Jacob Beautemps, Physikdidaktiker, Wissenschafts-YouTuber, Autor, Redner und Moderator.

Zur Person

Jacob Beautemps kam 1993 in Essen zur Welt. Nach seinem Master of Education in Physik und Sozialwissenschaften promovierte er 2024 am Institut für Physikdidaktik der Universität Köln zur Frage, wie Schüler mit YouTube-Videos lernen. Seit 2018 erreicht der 32-Jährige über seinen YouTube-Kanal Breaking Lab, den er gemeinsam mit i&u TV produziert, ein breites Publikum. Im Fokus stehen naturwissenschaftliche und technische Themen. Darüber hinaus tritt Jacob Beautemps als Redner und Gast in Fernsehsendungen auf. Er hat bereits mehrere Auszeichnungen erhalten, darunter 2024 den Preis für naturwissenschaftliche Publizistik der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.

Preisverleihung

Die feierliche Verleihung der Lorenz-Oken-Medaille 2025 ist ein fester Programmpunkt des Forums Wissenschaftskommunikation 2025. Die Veranstaltung findet von 16:15 bis 17.45 in der Liederhalle Stuttgart statt und wird moderiert von Professor Michael Dröscher, dem Generalsekretär und Schatzmeister der GDNÄ. Die Begrüßung und Preisübergabe übernimmt der GDNÄ-Vizepräsident Professor Heribert Hofer, die Laudatio halten Kevin J. Yuan und Eric Andresen vom Jungen Netzwerk der GDNÄ. Anschließend wird sich Dr. Jacob Beautemps mit einem Impulsvortrag an das Publikum wenden.

Professor Wolfgang Wahlster mit Rudolf-Diesel-Medaille 2025 ausgezeichnet

Professor Wolfgang Wahlster mit Rudolf-Diesel-Medaille 2025 ausgezeichnet

Der ehemalige Präsident der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ), Professor Wolfgang Wahlster, ist mit der renommierten Rudolf-Diesel-Medaille 2025 in der Kategorie „Beste Innovationsförderung“ ausgezeichnet worden. Die Ehrung wurde am 10. Juli 2025 im Rahmen eines feierlichen Gala-Dinners in Augsburg verliehen. Als langjähriger wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz fungiert Wolfgang Wahlster heute als dessen Chefberater.

Die Verleihung des ältesten Innovationspreises Europas erfolgte durch den Sprecher des Rudolf-Diesel-Kuratoriums, Professor Alexander Wurzer, in Anwesenheit von rund hundert geladenen Gästen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Das Diesel-Kuratorium, das als Wahlgremium fungiert, besteht aus rund sechzig Technologievorständen von weltmarktführenden, mittelständischen Technologieunternehmen. 

Mit der diesjährigen Auszeichnung würdigt das Deutsche Institut für Erfindungswesen das Lebenswerk von Professor Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Wahlster, der seit mehr als vier Jahrzehnten als Pionier und Brückenbauer zwischen KI-Forschung und industrieller Anwendung wirkt. Wahlster wurde 1982 mit nur 29 Jahren auf den ersten deutschen Lehrstuhl für Künstliche Intelligenz an der Universität des Saarlandes berufen. Seine Arbeiten zu Sprachverstehen, Übersetzungssystemen und Dialogtechnologien legten früh den Grundstein für heutige Sprachassistenten und Chatbots. Als Vordenker der Industrie 4.0 prägte er 2010 nicht nur den Begriff, sondern entwarf auch zentrale Konzepte für die vierte industrielle Revolution – mit weltweiter Ausstrahlung. 

In ihrer Laudatio würdigte Dr. Diana Taubert, Geschäftsführerin ETL IP Patentanwaltsgesellschaft mbH, Wahlsters außergewöhnliche Rolle in der deutschen Innovationslandschaft: „Sie sind nicht nur ein Pionier der Künstlichen Intelligenz – Sie sind auch ein Architekt von Innovationsstrukturen, ein Brückenbauer zwischen Forschung und Anwendung, ein Möglichmacher im besten Sinn.“ Sie hob hervor, dass Prof. Wahlster nicht nur technologische Entwicklungen, sondern auch ethische und normative Standards maßgeblich mitgestaltet hat – in Ethikkommissionen, Normierungsgremien und öffentlichen Debatten. 

Die Rudolf-Diesel-Medaille wurde seit ihrer Einführung im Jahr 1953 an herausragende Persönlichkeiten aus der IT-Welt wie Konrad Zuse, Wolfgang Giloi, Andreas Grünberg, Hasso Plattner, Renate Pilz und August-Wilhelm Scheer verliehen. Mit Wolfgang Wahlster reiht sich eine der prägenden Persönlichkeiten der europäischen KI-Forschung in diesen Kreis ein. 

Als Präsident der GDNÄ (2017-2018) richtete Professor Wahlster die 130. Versammlung der Naturforschergesellschaft mit dem Titel „Digitalisierung der Wissenschaften“ in Saarbrücken aus. Später war er der GDNÄ über mehrere Jahre als Mitglied im Vorstandsrat verbunden.

Saarbrücken 2018 © Robertus Koppies

© Dominik Wagner, Eichmeister Kreativagentur GmbH

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Wahlster, Präsident der GDNÄ in den Jahren 2017 und 2018.

Hohe Auszeichnung: Für Verdienste um die Chemie in China

Für Verdienste um die Chemie in China

Hohe Auszeichnung für zwei Mitglieder des GDNÄ-Leitungsteams

Die Chinesische Chemische Gesellschaft (CCS) hat zwei führende Mitglieder der GDNÄ zu Ehrenmitgliedern ernannt. GDNÄ-Vizepräsident Professor Ferdi Schüth und Professorin Katharina Kohse-Höinghaus, Mitglied des GDNÄ-Vorstandsrats, erhielten die Auszeichnung für ihre Beiträge zur chinesischen Chemie und zum Austausch zwischen der Chinese Chemical Society und internationalen Gesellschaften, wie es in einer Mitteilung der CCS heißt.

Die CCS ist das Pendant zur deutschen Gesellschaft Deutscher Chemiker. Die wissenschaftliche Gesellschaft wurde 1932 in Nanjing gegründet und hat rund 120.000 persönliche und mehr als 180 institutionelle Mitglieder. „Honorary Fellow of the Chinese Chemical Society“ ist der höchste Status, den die CCS an internationale Wissenschaftler im Bereich Chemie vergibt. Aktuell verzeichnet die Internetseite der Gesellschaft 103 Honorary Fellows weltweit, darunter elf Deutsche.

Professorin Katharina Kohse-Höinghaus habe die Verbrennungsdiagnostik mithilfe von laserinduzierter Fluoreszenz, Cavity-Ring-Down-Spektroskopie und Emissionsspektroskopie vorangebracht, heißt es in einer Mitteilung der CCS, und weiter: „Sie leitete bahnbrechende Forschungen zur Verbrennung von Biokraftstoffen, deckte Mechanismen von Verbrennungsreaktionen und Schadstoffbildung auf und entwickelte neuartige Niedertemperatur-Verbrennungstechniken.“ Sie habe, schreibt die CCS, langfristige Partnerschaften mit chinesischen Institutionen aufgebaut, akademische Führungskräfte in der Verbrennungsforschung ausgebildet und China in Fragen der Wissenschafts- und Innovationspolitik beraten. Katharina Kohse-Höinghaus ist überdies ausländisches Mitglied der Chinesischen Akademie der Wissenschaften.

Professor Dr. Ferdi Schüth habe maßgeblich zur Entwicklung neuer katalytischer Materialien, zur Umwandlung von Biomasse sowie zur Erzeugung und Speicherung von Wasserstoff beigetragen, schreibt die CCS. Er leiste Pionierarbeit bei mechanochemischen Ansätzen zur Katalysatorherstellung und setze sich für umweltfreundlichere, energieeffizientere chemische Technologien ein. Professor Schüth habe sich aktiv für den akademischen Austausch mit China eingesetzt. „Seine langjährige Zusammenarbeit und häufigen Besuche an chinesischen Universitäten und Forschungsinstituten ermöglichten zahlreiche gemeinsame Projekte und Initiativen zur Talentförderung“, schreibt die CCS.

Saarbrücken 2018 © Robertus Koppies

© Universität Bielefeld / Norma Langohr

Prof. Dr. Katharina Kohse-Höinghaus.

Saarbrücken 2018 © Robertus Koppies

© Robert Eickelpoth

Prof. Dr. Ferdi Schüth

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