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Fotojournal Tagesaktuelle Impressionen von der GDNÄ-Tagung 2026

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Tagesaktuelle Impressionen von der GDNÄ-Tagung 2026

Ein Nobelpreisträger beim Vortrag, die jGDNÄ auf dem Podium, Diskussionen in der Kaffeepause, das Ambiente im Congress Centrum Bremen: Eindrücke von der 134. Versammlung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte finden Sie tagesaktuell auf dieser Seite. Ein Bild, dazu ein knapper Text – hier wird kurz und bündig über Highlights und interessante Momente berichtet. Eine ausführliche Fotodokumentation erscheint demnächst auf dieser Website.

Paul Mühlenhoff, der Leiter des GDNÄ-Schülerprogramms, grüßt vom Versammlungsort 2024 auf dem Campus Griebnitzsee der Universität Potsdam.

© GDNÄ

Blick ins Foyer des Congress Centrums Bremen.

Donnerstag, 17. September 2026

Science-Slam auf der 133 Versammlung in Potsdam

© MIKA-fotografie | Berlin

Schülerprogramm 2026: Junge Leute bei der Vorbereitung auf die Versammlung 2026.

Science-Slam auf der 133 Versammlung in Potsdam

© GDNÄ

Dicht besetztes Auditorium bei der Abendveranstaltung „Wissenschaft in 5 Minuten“. Zur 134. Versammlung der GDNÄ werden rund 500 Teilnehmende erwartet, darunter 150 Schülerinnen, Schüler und Studierende. Die jungen Leute kommen aus der Region Bremen und dem ganzen Bundesgebiet. 

Science-Slam auf der 133 Versammlung in Potsdam

© GDNÄ

GDNÄ-Vizepräsident Heribert Hofer mit den akustisch ermittelten Siegern des Wettbewerbs „Wissenschaft in 5 Minuten.  Ausschlaggebend war die Intensität des Beifalls aus dem Publikum, die per App gemessen wurde. Platz eins erreichte Anne Marie Bobes (20), die ihr Projekt zur Aerodynamik von Vögeln vorstellte, rechts neben ihr steht Lennart Kleemann, der mit seinem Beitrag „Mikrofluidik: Totes zum Leben erwecken“ Platz zwei belegte. Ganz links: Paul Mühlenhoff, der Leiter des GDNÄ-Schülerprogramms, rechts daneben ist Professor Heribert Hofer zu sehen, der als Vizepräsident das Schülerprogramm entscheidend prägt.

Science-Slam auf der 133 Versammlung in Potsdam

© GDNÄ

Gut besuchtes Tagungs-Highlight: Professor Thomas Zurbuchen von der ETH Zürich bei seinem öffentlichen Abendvortrag „Die Moderne Suche nach Leben im All: Von der Drake-Gleichung zur Astrobiologie“.

Science-Slam auf der 133 Versammlung in Potsdam

© GDNÄ

Gut besuchtes Tagungs-Highlight: Professor Thomas Zurbuchen von der ETH Zürich bei seinem öffentlichen Abendvortrag „Die Moderne Suche nach Leben im All: Von der Drake-Gleichung zur Astrobiologie“.

Science-Slam auf der 133 Versammlung in Potsdam

© MIKA-fotografie | Berlin

Professor Heribert Hofer im Austausch mit jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Versammlung 2026.

© MIKA-fotografie | Berlin

Science-Slam auf der 133 Versammlung in Potsdam

© GDNÄ

Wissenschaft in 5 Minuten: Im dicht besetzten Hanse-Saal des Bremer Congress Centrums stellten sich sechs Schülerinnen und Schüler und sechs Studierende mit ihren Präsentationen dem Urteil des Publikums. Das Themenspektrum reichte von einer Reise ins Innere eines Schwarzen Lochs über mikrobiell erzeugte Energie aus Plastikabfall bis zu Anwendungen der Mikrofluidik in der Medizin. GDNÄ-Vizepräsident Heribert Hofer moderierte die Abendveranstaltung. Das Foto zeigt die Gewinnerin des Wettbewerbs Anne Marie Bobes bei ihrem Vortrag.

Science-Slam auf der 133 Versammlung in Potsdam

© GDNÄ

Gut besuchtes Tagungs-Highlight: Professor Thomas Zurbuchen von der ETH Zürich bei seinem öffentlichen Abendvortrag „Die Moderne Suche nach Leben im All: Von der Drake-Gleichung zur Astrobiologie“.

Science-Slam auf der 133 Versammlung in Potsdam

© GDNÄ

Gut besuchtes Tagungs-Highlight: Professor Thomas Zurbuchen von der ETH Zürich bei seinem öffentlichen Abendvortrag „Die Moderne Suche nach Leben im All: Von der Drake-Gleichung zur Astrobiologie“.

Freitag, 18. September 2026

© GDNÄ

Für seine großen Verdienste um die GDNÄ wird Professor Martin Lohse  mit der Alexander-von-Humbldt-Medaille geehrt.

© MIKA-fotografie | Berlin

GDNÄ-Präsidentin Anke Kaysser-Pyzalla heißt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 134. Versammlung willkommen.

© MIKA-fotografie | Berlin

Grußworte sprachen die Bremer Wissenschaftssenatorin Dr. Henrike Müller, Dr. Kai Brüggemann (Firmenchef, Industrie-Club-Präsident und Geschäftsführer der 134. Versammlung) sowie Professor Michal Kucera, der wissenschaftliche Geschäftsführer für die 134. Versammlung und Konrektor für Forschung und Transfer der Universität Bremen.

© MIKA-fotografie | Berlin

Grußworte sprachen die Bremer Wissenschaftssenatorin Dr. Henrike Müller, Dr. Kai Brüggemann (Firmenchef, Industrie-Club-Präsident und Geschäftsführer der 134. Versammlung) sowie Professor Michal Kucera, der wissenschaftliche Geschäftsführer für die 134. Versammlung und Konrektor für Forschung und Transfer der Universität Bremen.

© MIKA-fotografie | Berlin

Angeregte Diskussionen im Publikum

© GDNÄ

Paul Mühlenhoff leitet das Schülerprogramm der GDNÄ seit 2012.

© MIKA-fotografie | Berlin

© MIKA-fotografie | Berlin

© GDNÄ

Franz Theodor Lenner (16) und Jonah Willy Winzig (16) sind auf eigene Initiative zur GDNÄ-Versammlung nach Bremen gereist.

© MIKA-fotografie | Berlin

Angeregte Diskussionen im Publikum

© MIKA-fotografie | Berlin

Gut besuchte Eröffnungsveranstaltung im Hanse-Saal des Bremer Congress Centrums. 

© MIKA-fotografie | Berlin

Grußworte sprachen die Bremer Wissenschaftssenatorin Dr. Henrike Müller, Dr. Kai Brüggemann (Firmenchef, Industrie-Club-Präsident und Geschäftsführer der 134. Versammlung) sowie Professor Michal Kucera, der wissenschaftliche Geschäftsführer für die 134. Versammlung und Konrektor für Forschung und Transfer der Universität Bremen.

© MIKA-fotografie | Berlin

Professor Michael Dröscher mit seinem groß aufgezogenen Lieblingsfoto, das ihn zusammen mit jungen Versammlungsteilnehmern zeigt. GDNÄ-Präsidentin Anke Kaysser-Pyzalla überreichte es ihm in Anerkennung seiner Verdienste als Generalsekretär der Naturforschergesellschaft – ein Amt, das Michael Dröscher Ende 2026 abgibt. Als Schatzmeister bleibt er der GDNÄ weiterhin verbunden.

© MIKA-fotografie | Berlin

Junge Frauen bei der GDNÄ-Versammlung 2026 in Bremen.

© MIKA-fotografie | Berlin

© MIKA-fotografie | Berlin

© MIKA-fotografie | Berlin

Samstag, 19. September 2026

© GDNÄ

© GDNÄ

Bei der ersten Mitgliederversammlung der jGDNÄ in Bremen wurden erstmals zwei Sprecher gewählt: Lennard Kleemann, der Molekulare Biotechnologie an der Universität Heidelberg und zusätzlich Humanmedizin studiert und Nina Rack – sie studiert Humanmedizin an der Universität Greifswald.

© MIKA-fotografie | Berlin

GDNÄ-Tagung 2024 in Potsdam: Ben Feringa © GDNÄ

© MIKA-fotografie | Berlin

© MIKA-fotografie | Berlin

© MIKA-fotografie | Berlin

© MIKA-fotografie | Berlin

© GDNÄ

Wer beim Wettbewerb „Wissenschaft in 5 Minuten“ dabei war, konnte von Jeannette Koch einiges über Musiktherapie erfahren. Die 25-Jährige studiert das Fach an der privaten SRH Hochschule in Heidelberg und ist begeistert von ihrer Disziplin: „Musiktherapie erleichtert den Zugang zu Emotionen und schafft eine Verbindung zu Menschen, die allein über die Sprache nur schwer zu erreichen sind.“ Dazu zählen Frühgeborene ebenso wie Koma-Patienten und Menschen, die an Autismus, Depression oder neurologischen Erkrankungen wie Parkinson und Demenz leiden. Die Wirkung von Musiktherapie sei nachweisbar, sagt Jeannette Koch, etwa durch Stresshormon-Messungen, Gedächtnistests oder Gangbild-Aufzeichnungen. In der rezeptiven Musiktherapie lasse der Patient oder die Patientin Musik bewusst auf sich wirken, in der aktiven Musiktherapie stehe das gemeinsame Musizieren im Vordergrund. Jeannette Koch: „Im Studium lernen wir neben Klavier, Gitarre und Schlagzeug auch psychotherapeutische Methoden, um unseren Patienten beim Verbinden von Fühlen und Denken zu helfen.“ Seit ihrer Grundschulzeit spielt die junge Frau Waldhorn: „Das Zusammenspiel im Orchester macht mich bis heute glücklich.“ Nach dem Studium sieht sie sich als Forscherin oder als Musiktherapeutin in einer Klinik: „Kinder und Jugendliche liegen mir besonders am Herzen. Ich möchte sie unterstützen, einen guten Weg ins Leben zu finden.“

© MIKA-fotografie | Berlin

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© GDNÄ

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Sonntag, 20. September 2026

© MIKA-fotografie | Berlin

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© MIKA-fotografie | Berlin

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Livestream der Versammlung in Bremen in Echtzeit miterleben

Livestream

Die Versammlung 2026 live miterleben

Der Nobel-Vortrag handelt von der vielleicht wichtigsten Technologie der Menschheit, der Katalyse. In einem weiteren öffentlichen Vortrag geht es darum, wie heute nach Leben im Weltall gesucht wird. Die Eröffnungsfeier lockt mit spannenden Beiträgen, Musik und der Verleihung der Alexander-von-Humboldt-Medaille. Auch 2026 tragen viele junge Menschen zum Gelingen der Tagung bei. Wer die 134. Versammlung der GDNÄ persönlich besucht, erlebt ein Fest der Wissenschaft mit vielen Höhepunkten.

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Weitere Informationen

Aber auch diejenigen, die nicht vor Ort sein können, sind zur Teilnahme in Echtzeit eingeladen. Alle Vorträge im Hansesaal des Congress Centrums Bremen werden per Livestream übertragen, ebenso die Eröffnung mit Grußworten am 18. September und die öffentlichen Vorträge von Chemie-Nobelpreisträger Professor Benjamin List „Organokatalyse für unsere Welt“ (Samstag, 19. September, 18:30 bis 20:00 Uhr) und Professor Thomas Zurbuchen „Die moderne Suche nach Leben im All – Von der Drake-Gleichung zur Astrobiologie“ (Donnerstag, 17. September, 20:00 Uhr).

Die Livestream-Nutzung ist kostenfrei; besondere technische Voraussetzungen sind nicht erforderlich. Ein digitales Endgerät und eine gute Internetverbindung genügen, um live dabei zu sein.

Hinweis: Dauerhaft nutzbar sind die Videoaufnahmen von Vorträgen und weiteren Beiträgen, die nach der 134. Versammlung auf dem GDNÄ-eigenen Videokanal eingestellt werden und ebenfalls kostenfrei zur Verfügung stehen.

 

Campus Griebnitzsee der Universität Potsdam © K. Fritze

@ M3B GmbH

Für die GDNÄ-Versammlung 2026 ist der große Hanse-Saal im Congress Centrum Bremen gebucht.

Weitere Informationen:

Medienresonanz Journalisten über die GDNÄ-Tagung in Bremen

Medienecho

Wissen schafft Nutzen: Bremen 2026

Ob online oder gedruckt, auf Websites oder in sozialen Medien: Die 134. Versammlung der GDNÄ in Bremen weckt das Interesse von Medienschaffenden in der Region und weit darüber hinaus. Auf dieser Seite informieren wir Sie über aktuelle Beiträge.

Im September 2026

© Naturwissenschaftlichen Rundschau

Jürgen Schönstein ist Chefredakteur, des offiziellen Organs der GDNÄ, der Naturwissenschaftlichen Rundschau.

Impressionen vom Vorbereitungstreffen des Schülerprogramms im Juni 2022 in Leipzig.

© MIKA-fotografie | Berlin

Videoaufnahme im Vortragssaal

Nobelpreisträger hält Vortrag. Konferenz im Hansesaal von Erika Thies

Impressionen vom Vorbereitungstreffen des Schülerprogramms im Juni 2022 in Leipzig.

© Weserkurier

Seite 12 aus dem Weserkurier vom 17. September 2026

Jetzt möglich: Online-Recherche im Archivbestand der GDNÄ

Neues Angebot: Online-Recherche im Archivbestand der GDNÄ

Das Findbuch und die Datenbank zum Bestand der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ) stehen ab sofort auch online zur Verfügung. Vorgestellt wird das neue kostenlose Angebot bei der 134. Versammlung in Bremen.

Die neue Online-Ressource erschließt das GDNÄ-Archiv im Deutschen Museum mit seinen 30 Regalmetern in knapp 1.900 Datensätzen. Zugänglich sind die Daten über ein PDF (982 KB) oder im Internetportal „Deutsches Museum Digital”.

Der Bestand mit der Archivnummer FA 016 umfasst die Überlieferung der GDNÄ als eine der ältesten und bedeutendsten wissenschaftlichen Vereinigungen Deutschlands und bietet wertvolle Einblicke in die Geschichte der Naturwissenschaften und der Medizin. Unter anderem enthält der Bestand Protokolle der Gremienarbeit, umfangreiche Korrespondenzserien sowie Unterlagen zu den Tagungen der Gesellschaft. Der zeitliche Schwerpunkt liegt auf der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1990er-Jahre.

Im Rahmen der 134. GDNÄ-Versammlung vom 17. bis 20. September 2026 in Bremen stellte der Leiter des Archivs des Deutschen Museums Dr. Matthias Röschner die Ergebnisse der Erschließung an einem Infostand vor. Vor Ort erläuterte er die Struktur des Bestands, gab praktische Tipps für die Online-Recherche und beantwortete Fragen des Publikums.

Thomas Zurbuchen „Mit einem Durchbruch rechne ich schon bald“

„Mit einem Durchbruch rechne ich schon bald“

Der Schweizer Astrophysiker Thomas Zurbuchen leitete jahrelang große Weltraummissionen der NASA. Auf der GDNÄ-Versammlung in Bremen sprach er über die Fahndung nach außerirdischem Leben und stellte die neuesten Methoden kosmischer Spurensuche vor.

Herr Professor Zurbuchen, wie weit sind wir gekommen bei der Suche nach Leben im All?
Wenn wir die Drake-Gleichung von 1961 als Ausgangspunkt nehmen, sind wir auf gutem Weg. Die Formel des US-Astrophysiker Frank Drake ist ein bis heute gültiger Leitfaden zur Abschätzung der Anzahl intelligenter Zivilisationen in unserer Milchstraße. Von sieben Faktoren der Gleichung konnte Drake damals nur den ersten Faktor, die Sternentstehungrate, abschätzen. Alle anderen Variablen blieben rätselhaft, weil exakte Daten fehlten. Dank moderner Teleskope auf der Erde und im Weltraum sind wir heute weiter. Sehr hilfreich sind auch neue Techniken zur Modellierung der Lebensentstehung auf der frühen Erde. Sie zeigen uns, auf was wir achten sollen, wenn wir extraterrestrisches Leben suchen. Wir schauen nicht mehr halbblind ins All, sondern können unsere Aufmerksamkeit gezielt auf vielversprechende Adressen richten. 

Wo stehen wir jetzt auf diesem Weg?
Noch haben wir kein Leben jenseits der Erde entdeckt. Aber als in den 1990er-Jahren die ersten Exoplaneten, also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, gefunden wurden, war das ein gewaltiger Fortschritt. Heute kennen wir mehr als sechstausend Exoplaneten. Einige von ihnen könnten Leben beherbergen, auf die richten wir unsere Weltraumteleskope aus: aktuell das James-Webb-Teleskop und in einigen Jahren voraussichtlich seinen Nachfolger, das Habitable World Observatory. 

Wann rechnen Sie mit einem Durchbruch? 
Falls Leben wirklich weit verteilt ist, wie wir es heute vermuten, sollten wir es in unserem Sonnensystem in zehn bis zwanzig Jahren finden. Vielleicht finden wir auch in Atmosphären von Exoplaneten überzeugende Anzeichen dafür. Hier sprechen wir natürlich von einfachem bakteriellem Leben, sogenannten mikrobiellen Biosignaturen – und nicht von intelligenten Aliens.

© NASA/Aubrey Gemignani

Thomas Zurbuchen gratuliert Alex Mather zu seinem Sieg in einem Schulwettbewerb. Der US-Schüler hatte den Namen „Perseverance“ (Beharrlichkeit) für einen Mars-Rover der NASA vorgeschlagen. Die Idee war aus 28.000 Einreichungen ausgewählt worden. Perseverance landete am 18. Februar 2021 auf dem Roten Planeten und sammelt dort seither Boden- und Atmosphärenproben. 

Die Suche nach extraterrestrischem Leben war ein Schwerpunkt in Ihrer Zeit als Wissenschaftsdirektor der NASA. Welche Erfahrungen haben Sie dort gemacht? 
Die NASA ist nach wie vor führend auf vielen Gebieten, auch wenn Konkurrenten wie China und aus anderen Regionen immer stärker werden. Die NASA ist auch deshalb so gut, weil sie mit tollen Unternehmen zusammenarbeitet. Und weil dort Menschen in hervorragenden Teams zusammenfinden. Die Kompetenz und der Zusammenhalt der Gruppe entscheidet sehr darüber, ob eine Mission gelingt oder nicht – das habe ich als Wissenschaftsdirektor oft erlebt. Allerdings haben große und betagte Organisationen wie die NASA auch ihre Schwächen, dazu zählt eine manchmal ausufernde Bürokratie. 

Was waren die Höhepunkte Ihrer NASA-Zeit? 
Das größte und wichtigste Projekt war das James-Webb-Weltraumteleskop. Es startete 2021   als Projekt der Infrarotastronomie in den Weltraum und hat bereits erstaunliche Einblicke in die Geschichte des Universums geliefert. Als Nächstes kommt das, was wir auf dem Mars machen: mit dem Perseverance-Rover Proben sammeln und diese in gemeinsamer Mission mit den Europäern zurückbringen. Die Perseverance-Mission habe ich gestartet – sie hat wirklich spektakulär interessante Proben erbracht. Drittens ist die Parker Solar Probe zu nennen, eine Mission, die seit 2018 die Sonne aus noch nie zuvor erreichter Nähe erforscht. Sehr wichtig sind viertens die vielen Erdmissionen, mit denen wir unseren Planeten von oben beobachten. 

Mit welchen Highlights rechnen Sie in den nächsten Jahren? 
Das James-Webb-Teleskop liefert hochinteressante Daten, von denen wir sehr viel über das Universum lernen können. Gespannt bin ich auf die Proben, die hoffentlich vom Mars zurückgebracht werden. In vier, fünf Jahren werden zwei Missionen beim Jupiter ankommen und die interessanten Monde dort beobachten: die europäische Mission Juice und die US-Mission Europa Clipper. Und dann die US-Robotermission Dragonfly zum Saturnmond Titan: Sie soll 2028 starten und mit einem Quadrocopter die Oberfläche des Mondes fliegend erkunden.

In Ihrer Zeit bei der NASA haben Sie mit Elon Musk zusammengearbeitet. Sein Raumfahrtunternehmen Space X ging kürzlich erfolgreich an die Börse. Wie schätzen Sie Musk ein?
Er ist einer der begabtesten und erfolgreichsten Unternehmer überhaupt und hat unglaublich viel erreicht. Ein Wissenschaftler ist er nicht, aber er ist sehr interessiert an Forschung. Menschlich ist er kompliziert: Ich habe ihn als dünnhäutig, entschlossen und sehr mutig erlebt. Ein Beispiel: Anfangs reichte sein Geld nur für vier Raketen. Die ersten drei sind explodiert, da hätten viele andere aufgehört. Musk machte weiter, ließ auch die vierte Rakete starten und die funktionierte dann auch. Nach diesem Erfolg und weil seine Raketen sehr viel billiger sind als marktübliche Modelle begann die NASA eine Kooperation mit ihm. In meinen Jahren als NASA-Wissenschaftsdirektor haben wir 37 Raketen ins All geschossen, davon waren etwa 30 von SpaceX.

Wie kam es, dass Sie 2023 nach 27 Jahren in den USA in die Schweiz zurückgekehrt sind?
Ich will meinem Heimatland etwas zurückgeben. Ich komme aus einfachen Verhältnissen, zu Hause war nicht viel Geld übrig für Schulbücher und Studienkosten. Das haben die schweizerischen Steuerzahler übernommen, ihnen verdanke ich meine Ausbildung. Zwei Wochen nach meiner Promotion bin ich in die USA gegangen, wo ich meinen Weg machen konnte. Bisher gibt es in der Schweiz kaum Programme, um in den Weltraum zu kommen. Das möchte ich ändern – mit meinem Team an der ETH und vielen anderen im Land.

© NASA/Bill Ingalls

Vor der ULA-Rakete „Delta IV Heavy“ mit der Parker-Solar-Sonde an Bord (von links): Thomas Zurbuchen mit dem Sonnenastrophysiker und Missions-Namensgeber Eugene Parker und Tory Bruno, Präsident und Vorstandsvorsitzender der United Launch Alliance. Die „Parker Solar Probe“ ist die erste Mission der Menschheit in einen Teil der Sonnenatmosphäre, der als Korona bezeichnet wird. Dort erforscht sie Sonnenprozesse, die für das Verständnis und die Vorhersage von Weltraumwetterereignissen entscheidend sind und die das Leben auf der Erde beeinflussen können.

Sie leiten die Initiative ETH Zürich Space. Wie weit sind Sie und was haben Sie vor?
ETH Zürich Space ist ein Raumfahrtforschungsprogramm, das wir seit drei Jahren zusammen mit Wirtschaftsunternehmen aufbauen. Ein Projekt heißt Life Mission, da fahnden wir nach Lebensspuren im Weltall. Parallel versuchen wir, die sehr frühe Erde zu modellieren, um die im kosmischen Maßstab unglaublich schnelle Entstehung von Leben nachvollziehen zu können – also den Übergang von Chemie und Physik zur Biologie. Ein anderes Projekt entwickelt Roboter für die Monderkundung. Unser Prototyp namens LunarLeaper könnte Astronauten als eine Art Roboterhund dienen und ihnen bei ihrer Arbeit helfen. Bis 2030 wollen wir fertig sein mit der Entwicklung. Dann wäre LunarLeaper bereit, auf einer künftigen Artemis-Mission mitzufliegen. Genau so wichtig sind die Ausbildungsprogramme, die wir entwickelt haben, insbesondere der Masterstudiengang Space Systems.

Viele Länder haben in den vergangenen Jahren Raumfahrtprogramme aufgebaut. Wie kommt es zu diesem Boom?
Dafür sehe ich drei Gründe: Erkenntnisinteresse, aber auch wirtschaftliche und militärische Interessen. Wir Menschen wollen wissen, ob es noch andere Lebensformen im All gibt – das wäre der erste Antrieb. Wirtschaftliche und militärische Nutzung hängen oft eng zusammen, denken wir nur an Satelliten für die Mobilkommunikation oder für die Erdbeobachtung. Derzeit wächst die wirtschaftliche Nutzung des Weltraums um bis zu zehn Prozent pro Jahr, das erreichen nur wenige andere Branchen.

© ETH Zürich

Mit seinem Team an der ETH Zürich entwickelt Thomas Zurbuchen den Erkundungsroboter für Mondmissionen „LunarLeaper“ (hier eine künstlerische Darstellung). Um 2030 soll der 15 Kilogramm schwere Laufroboter einsatzbereit sein. Er soll Astronauten helfen, die Strukturen unter der Mondoberfläche untersuchen. 

Gibt es etwas, das Sie der Raumfahrtnation Deutschland empfehlen würden?
Deutschlands Stärken liegen unter anderem in den Bereichen Erdbeobachtung, Robotik und biomedizinische Schwerelosigkeitsforschung – drei Gebiete, die zunehmend wichtig werden. Das Land hat unglaublich gute Technikwissenschaftler. Besonders positive Entwicklungen sehe ich in Bayern, etwa mit ISAR Aerospace, aber auch in anderen deutschen Regionen. Aber weil die internationale Konkurrenz gewaltig ist, müssen wir besser werden – nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Ein großes Defizit ist der Mangel an Raketenstartplätzen. Die vorhandenen Basen in Französisch-Guyana und in Nordschweden reichen für die Zukunft nicht aus.  Vom notwendigen Ausbau hängt auch die Sicherheit Deutschlands und Europas ab.

Welches Vorgehen schlagen Sie konkret vor?
Es ist wichtig, dass wir unsere Entwicklungsarbeit beschleunigen. Das bedeutet zum einen mehr Geld für Forschung und Entwicklung im Bereich Space: Die USA geben dafür fast sechsmal mehr Geld aus als Europa. Zum anderen müssen wir agiler werden und die Bürokratie zurückfahren. Wichtig ist drittens, dass wir unsere jungen Firmen unterstützen und ihre Produkte und Services auch kaufen. So ging die USA in die Führung, oft mit Hilfe von Spitzenleuten aus Europa.

Eine letzte Frage noch: In der Raumfahrt-Community kennt man Sie auch als Dr. Z. Wie kamen Sie zu dem Spitznamen?
Amerikaner tun sich schwer, meinen Nachnamen auszusprechen. Irgendwann erfand jemand die Abkürzung Dr. Z.. Sie setzte sich schnell durch und jeder weiß, wer gemeint ist. Ich finde das, auf gut Schweizerisch gesagt, tipptopp.

Michael Droescher © MIKA-fotografie | Berlin

© NASA

Professor Dr. Thomas H. Zurbuchen ist Professor für Weltraumwissenschaft und -technologie an der ETH und leitet die Initiative ETH Zürich Space. 

Zur Person

Prof. Dr. Thomas Zurbuchen ist ein schweizerisch-US-amerikanischer Astrophysiker. Er kam 1968 in einem kleinen Bergdorf im Kanton Bern zur Welt und studierte Physik und Mathematik an der Universität Bern. Dort wurde er 1996 in Astrophysik promoviert. Gleich darauf wechselte er an die University of Michigan, wo er sich vom wissenschaftlichen Mitarbeiter zum Professor für Weltraumwissenschaften und Luft- und Raumfahrttechnik hocharbeitete. Er ist Mitbegründer des Michigan Center for Entrepreneurship, eine der weltweit führenden Adressen in der Gründer- und Innovationsausbildung. Von 2016 bis 2022 war Thomas Zurbuchen Wissenschaftsdirektor der US-Raumfahrtbehörde NASA. In dieser Position leitete er wegweisende Missionen wie das James-Webb-Weltraumteleskop und die Marssonden. Seit 2023 ist er als Professor für Weltraumwissenschaft und -technologie an der ETH tätig, wo er die Initiative ETH Zürich Space leitet.

Michael Droescher © MIKA-fotografie | Berlin

© NASA/Chris Gunn

Ingenieure betrachten den Hauptspiegel des James-Webb-Weltraumteleskops, das am 25. Dezember 2021 gestartet wurde.

Weitere Informationen

Mit einem Probenröhrchen, in dem Probenkerne aus der Marsoberfläche aufbewahrt werden: Thomas Zurbuchen bei einer Pressekonferenz am 17. Februar 2021, kurz vor der Landung des NASA-Mars-Rovers „Perseverance“ auf dem Roten Planeten. Ein zentrales Ziel der Mission ist die Suche nach Anzeichen für urzeitliches mikrobielles Leben.