• DE
  • EN
  • Tag 4 der Festversammlung in Leipzig: Sonntag, 11. September 2022

    Tag 4: Sonntag, 11. September 2022

    Bilder aus dem Körper, RNA-Medizin und Wissenschaft zum Anfassen

    Letzter Versammlungstag, großes Finale und die Stunde der Medizin: Am Vormittag berichtete Professor Jens Frahm vom Göttinger Max-Planck-Institut für multidisziplinäre Naturwissenschaften über einen Paradigmenwechsel in der medizinischen Bildgebung: die Magnetresonanztomografie in Echtzeit, um das schlagende Herz, den Blutfluss, das Schlucken und Sprechen in voller Dynamik abzubilden. Im Podium zur RNA-Medizin der Zukunft stellten Professorin Stefanie Dimmeler von der Universität Frankfurt und die Professoren Jörg Vogel und Lorenz Meinel von der Universität Würzburg die faszinierenden Möglichkeiten der Ribonukleinsäure-Medizin vor und diskutierten über das, was heute schon machbar ist und was sich für die Zukunft abzeichnet. (Bericht folgt)

    © GDNÄ

    Die ingenieurwissenschaftlerin Anke Kaysser-Pyzalla wurde zur 2. Vizepräsidentin für die Jahre 2023 bis 2024 gewählt – und damit zur GDNÄ-Präsidentin 2025 bis 2026.

    Die Jubiläumstagung habe gezeigt, wie sehr Physik und Technik, Biologie und Medizin heute ineinandergreifen, hob GDNÄ-Präsident Professor Martin Lohse in seinem Abschiedswort hervor. Ihm selbst wurde vom nächsten Präsidenten, Professor Heribert Hofer, für die „hervorragende Leitung“ der Naturforschergesellschaft gedankt – eine Aufgabe, die coronabedingt vier Jahre statt der üblichen zwei Jahre währte. Herzlichen Applaus gab es auch für Katja Diete und Sylvia Landeck von der GDNÄ-Geschäfsstelle für die anspruchsvolle Organisation der Tagung. Dann noch ein Blick ins Übermorgen: Die Ingenieurwissenschaftlerin Anke Kaysser-Pyzalla hat die Wahl der Mitgliederversammlung angenommen und wird GDNÄ-Präsidium in den Jahren 2025 bis 2026. Heribert Hofer lud alle Freundinnen und Freunde zur nächsten Versammlung ein, die für das zweite Wochenende im September 2024 in Potsdam geplant ist. Krönender Abschluss der Tagung war die Übergabe der Teilnahmeurkunden an die fast 200 Stipendiatinnen und Stipendiaten des Schülerprogramms. Finale Erkenntnis der Jubiläumstage in Leipzig: Die Bühne im schönen Art-Deco-Kongresssaal hielt, entgegen mancher Befürchtung, der Belastung stand!

    © GDNÄ

    Exzellente Organisation und Betreuung: Das Tagungsteam mit Katja Diete (Zweite von links) und Sylvia Landeck (Dritte von links).

    Matthias Röschner © Deutsches Museum

    © GDNÄ

    Die Bühne in der Kongresshalle am Zoo Leipzig hielt dem Ansturm der Schülerinnen und Schüler stand.

    Versammlungshashtag: #gdnae200

    Weitere Informationen:

    Matthias Röschner © Deutsches Museum

    © GDNÄ

    Zoe Klee vom Bielefelder Ratsgymnasium mit ihrer GDNÄ-Urkunde.

    Matthias Röschner © Deutsches Museum

    © GDNÄ-Pedometer

    Tagungsmarathon: In der Versammlungswoche lief Sylvia Landeck von der GDNÄ-Geschäftsstelle mehr als sechzig Kilometer durch die Kongresshalle und sorgte mit dafür, dass alles wie am Schnürchen lief.

    Tag 3 der Festversammlung in Leipzig: Samstag, 10. September 2022

    Tag 3: Samstag, 10. September 2022

    Von extrasolaren Planeten, Koryphäen in spe und Bilder aus Hollywood

    Der dritte Versammlungstag ist den Bildern aus Physik, Technik und Informatik gewidmet und führt am Vormittag zum Beispiel geradewegs in galaktische Weiten. Als kundige Reiseleiterin überzeugt Professorin Heike Rauer, Direktorin des Instituts für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Sie hat nicht nur ein faszinierendes Vortragsthema – die Vielfalt extrasolarer Planeten –, sie kann es auch verständlich und inspirierend vermitteln.

    Die Reise führt über das bekannte Sonnensystem mit seinen acht Planeten hinaus in extrasolare Dimensionen, deren Erkundung mit den in den 1970-er Jahren gestarteten amerikanischen Voyager-Sonden begann. 1995 konnte mit „51 Pegasus b“ der erste extrasolare Planet dingfest gemacht werden, und zwar am französischen Observatorium Haute Provence. Die Entdeckung machte weltweit Schlagzeilen und brachte den beiden Forschern, Michel Mayor und Didier Queloz, im Jahr 2019 den Physiknobelpreis ein.

    Inzwischen seien mehr als fünftausend Planeten um Sterne jenseits unseres Sonnensystems bekannt, sagt Heike Rauer. „Wir sind die erste Generation von Menschen, die Planeten um einen anderen Stern sehen können – das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, das ist einfach fantastisch.“ Damit einher gehe allerdings auch die Einsicht, dass unser Sonnensystem vielleicht gar nicht so einzigartig ist, wie man lange glaubte. Rauer: „Was sich natürlich auch aufdrängt, ist die alte Menschheitsfrage: Gibt es da draußen Leben? Sind wir nicht allein auf dieser Welt?“

    Doch wie schafft man es, Bilder von Planeten zu machen? Schließlich sind ihre Sterne millionenfach heller als die Trabanten. Um dennoch etwas zu sehen, decke man das Licht mit Blenden ab, berichtet Heike Rauer – ähnlich wie ein Mensch, der sich im grellen Licht die Hand vor die Augen hält. Mit der Methode der „Koronografie“ können wir tatsächlich ein Bild von Planeten außerhalb des Sonnensystems bekommen, auch wenn diese aufgrund der großen Entfernung nur als Punkte sichtbar sind. Leider sei dies aber bisher für nur sehr wenige Planeten möglich. Die zurzeit erfolgreichste Methode sei die sogenannte fotometrische Transitmethode: Mit ihr lassen sich Planeten entdecken, sobald der umlaufende Planet von der Erde aus gesehen vor dem Stern vorbeizieht und ihn dabei entsprechend seiner Größe verdunkelt.

    Als Beobachtungsplattformen dienen Satelliten. Den ersten künstlichen Trabanten brachte die französisch-europäische Mission CoRoT ins All; es folgten die NASA-Missionen Kepler/K2 und TESS sowie die ESA-Missionen CHEOPS und in Zukunft PLATO.  „Die Kepler- und TESS-Missionen haben auch Citizen-Science-Projekte“, sagt Heike Rauer. Frische Daten würden sofort ins Netz gestellt, um allen Interessierten, auch Amateuren, die Planetensuche zu ermöglichen. Ihre Mitarbeiterin habe in diesen Daten „GJ367b“ entdeckt – „ein extrem schneller, sehr sternnaher und für Menschen leider unbewohnbarer Planet, der hauptsächlich aus Eisen zu bestehen scheint.“

    Das große Ziel ihrer Zunft sei es, habitable Gesteinsplaneten zu finden. „Kleine Planeten entdecken wir immer wieder, aber bisher leider keine zweite Erde – auch wenn das in den Medien oft suggeriert wird.“ Um in der planetaren Vielfalt eines Tages vielleicht doch noch fündig zu werden, sei jetzt die Zeit für eine große Bestandsaufnahme gekommen. Diesem Ziel dient das ESA-Weltraumteleskop PLATO, dessen Instrumentenkonsortium Heike Rauer leitet. PLATO soll von Ende 2026 an die Milchstraße nach erdähnlichen Planeten absuchen, und zwar mit 26 Kameras, die kleinste Schwankungen der Sternhelligkeit hochgenau messen können. Rauer: „Das ist die die bisher größte Fläche an lichtempfindlichen Sensoren, die jemals gebaut wurde.“ Nachfolgende Missionen sollen, so der Plan, die Atmosphären der gefundenen erdähnlichen Planeten untersuchen, um mehr über ihre Bewohnbarkeit herauszufinden.

    „Was wir heute wissen, ist: Das Sonnensystem ist nicht die Norm, vielmehr haben wir da draußen eine große Vielfalt“, sagt die Astrophysikerin. In ihrer Disziplin sei es gerade ein bisschen wie in der Botanik, als die ersten Forscher in die Natur gingen, um Pflanzen zu sammeln und zu ordnen. Heike Rauer: „Wir sind wie Kinder, die staunen und Fragen über Fragen haben.“

    Matthias Röschner © Deutsches Museum

    © ESA – C. Carreau

    Die Welt extrasolarer Planeten als künstlerische Impression.

    Versammlungshashtag: #gdnae200

    Weitere Informationen:

    Matthias Röschner © Deutsches Museum

    © GDNÄ

    Heike Rauer bei ihrer Vorlesung über die Vielfalt extrasolarer Planeten.

    Fünf Fragen an Liv und Finn Hille

    Mit seinen 20 Jahren ist Finn Hille bereits Alt-Kollegiat. Der Medizinstudent im fünften Semester war das erste Mal 2018 beim Schülerprogramm in Saarbrücken dabei und macht, weil es ihm damals so ausnehmend gut gefallen hat, in Leipzig zum zweiten Mal mit. Mit ihm sind gut zwanzig weitere Ehemalige angereist. „Viele haben einen weiten Weg auf sich genommen, um jetzt wieder dabei zu sein – das spricht für eine große Begeisterung“, sagt der Bonner Student.  Seine Schwester Liv Hille, 16 Jahre, steht neben ihm. Sie ist Schülerin am Bonner Clara-Schumann-Gymnasium und hat sich, nachdem ihr Bruder zu Hause so angeregt über seine Saarbrücker Erfahrung berichtet hatte, direkt bei der GDNÄ-Geschäftsstelle um einen Platz im diesjährigen Schülerprogramm beworben. Liv hat schon recht klare Vorstellungen von ihrer Zukunft: „Ich will Humanmedizin studieren, vielleicht auch Chemie“, sagt die junge Frau. „Auf jeden Fall möchte ich Wissenschaftlerin werden.“

    Wie gefällt es Ihnen hier auf der Tagung?

    Liv: Ich bin sehr beeindruckt und habe großen Respekt vor allen, die hier vortragen. Das ist ja ein Gefühl, das man schnell als junger Mensch bekommen kann, aber hier muss ich nicht schüchtern sein und kann mit berühmten Wissenschaftlern ins Gespräch kommen. Mir macht das Mut, selbst eine Koryphäe in einem Fach zu werden. Die meisten Mitkollegiaten haben schon ihre fachlichen Schwerpunkte, aber alle sind sehr offen und wir haben viele gute Diskussionen.

    Finn: Ich bin völlig von den Socken, was die Interdiszplinarität auf dieser Versammlung angeht. In der Medizin kommen ja viele grundlegende Erkenntnisse aus den Grenzbereichen und hier erhalte ich so viele Impulse aus anderen Gebieten, über die ich noch lange nachdenken kann. Was mir hier auch besonders gut gefällt, ist die große Diskursfreude – unter den Vortragenden, den Besuchern und im Schülerprogramm. Die GDNÄ ist ein Modell für die Zukunft, ein Ideal: So sollte Wissenschaft sein.

    Die Vorträge sollen, so das Ziel, anspruchsvoll und verständlich sein. Gelingt das und was machen Sie, wenn Sie etwas mal nicht direkt verstehen? 

    Liv: Bei manchen Vorträgen wird ein großes Grundwissen vorausgesetzt, das ich so noch nicht haben kann. Wenn Schwierigkeiten auftauchen, dann versuche ich den Vortrag anhand der Beispiele, die vorgestellt werden, wenigstens im Ansatz zu verstehen. Sollte das nicht gelingen, konzentriere ich mich auf das, was ich verstehe, und kann mir darüber oft vieles andere erschließen. Ich finde, es ist normal, nicht alles sofort zu verstehen. Ich knie mich dann rein und lerne dazu.

    Finn: Natürlich stoße ich bei einigen Vorträgen auf Verständnisgrenzen. Dann mache ich es so wie ich es der Uni auch mache: Ich trete einen Schritt zurück und arbeite mich am roten Faden des Vortrags zurück bis zu einem Punkt, an dem ich wieder anknüpfen kann. Das ist meistens möglich, weil die GDNÄ-Vorträge hervorragend strukturiert sind. Sollte mir die erste Strategie nicht weiterhelfen, versuche ich, mich auf Aspekte zu konzentrieren, die ich einordnen kann und suche dann Bezüge zu meinem eigenen Fach.

    Auf dieser Tagung wird Deutsch gesprochen. Wie finden Sie das?

    Liv: Für meine Generation macht das den Zugang leichter. Wir sprechen alle ganz gut Englisch, aber auf Deutsch kommt man schneller und besser ins Gespräch.

    Finn: Ich finde das angemessen für eine große Wissenschaftsnation, auch Tagungen in der Muttersprache abzuhalten und pflege diese Tradition gern mit. Bei Fachtagungen ist das etwas anderes. Da ist es wichtig, dass Experten aus vielen Länder sich in einer Sprache austauschen und das ist praktischerweise Englisch.

    Auf der GDNÄ-Versammlung sind viele Generationen vertreten. Wie ist das für Sie?

    Liv: Es ist beeindruckend, dass viele ältere Menschen von weither anreisen. Ich finde den Dialog zwischen den Generationen hier sehr gelungen und diskutiere gern mi erfahrenen Wissenschaftlern. Ich hatte zum Beispiel eine interessante Unterhaltung über Wissenschaftskommunikation mit einer Geologin im Vortragssaal.

    Finn: Nicht nur die hier Vortragenden haben eine spannende Lebensgeschichte. In der Frühstückspause setzte sich beispielsweise ein älteres Pärchen zu uns. Die beiden kommen aus der Nähe von Stuttgart, er ist Chemiker – wir haben uns über den Vortrag über Biodiversität unterhalten, aus dem wir alle gerade kamen.

    Wie bleibt die GDNÄ auch in Zukunft attraktiv?

    Finn: Ich würde mir wünschen, dass die GDNÄ sich mehr einmischt in öffentliche Debatten. Sie hat da auch eine große Verantwortung. Ich denke da zum Beispiel an Initiativen zur Prävention von Infektionskrankheiten, die ein globales Risiko darstellen.

    Liv:  Die GDNÄ hat so viel zu sagen. Ganz bestimmt wären auch an den Universitäten viele junge Menschen begeistert, hier mitzumachen. Aber noch fehlt es vielleicht an der direkten Einladung.

    Matthias Röschner © Deutsches Museum

    © GDNÄ

    Liv Hille, 16 Jahre

    Matthias Röschner © Deutsches Museum

    © GDNÄ

    Finn Hille, 20 Jahre

    Aladin © The Walt Disney Company

    © The Walt Disney Company

    Szene aus dem Disney-Film „Aladdin“ (2019).

    Bilder aus Hollywood

    Zum Abschluss des dritten Versammlungstages lädt Professor Markus Gross von der ETH Zürich das Publikum ein, ihm hinter die Kulissen des Filmbetriebs zu folgen. Für seinen Vortrag „Informatik für die Bilder aus Hollywood“ erntet er enthusiastischen Applaus. (Bericht folgt)

    Matthias Röschner © Deutsches Museum

    © GDNÄ

    Markus Gross bei seinem Vortrag in Leipzig.

    Tag 2 der Festversammlung in Leipzig: Freitag, 9. September 2022

    Tag 2: Freitag, 9. September 2022

    Von Mini-Hirschen, Kamerafallen und neuen Materialien

    So viele spannende Vorträge an einem Tag, so viele schöne Begegnungen auf dem Flur, dazu der Markt der Wissenschaften mit tollen Exponaten – gar nicht so einfach, alles in einen Tag zu packen. Deshalb reicht es an dieser Stelle, wie gestern auch schon, nur für einige Impressionen – mit einem viel reicheren Programm im Hintergrund. Nussschokoladensplitter sozusagen, um es in Anlehnung an den schönen Beton-Vergleich von Jan Wörner gestern Nachmittag zu sagen.

    Lange Vorrede, los geht’s: Der Freitag begann mit einem Vortrag von Dr. Andreas Wilting zum Thema „Verborgenen Wildtieren tropischer Regenwälder auf der Spur“. Andreas Wilting ist Tropenbiologe und forscht am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin-Friedrichsfelde. Mit Blick auf das Tagungsthema „Wissenschaft im Bild“ stellte er in Leipzig zunächst seine Arbeit mit Kamerafallen vor, die ihm ganz neue Einblicke in die Lebenswelt tropischer Regenwälder erlaubt. „Wir dachten zum Beispiel, wir wissen alles über Orang-Utans und waren uns sehr sicher, dass die Tiere sich hauptsächlich in den Baumwipfeln aufhalten.“ Die Kamerafallen auf Borneo aber zeigten den Forschern um Andreas Wilting, dass Orang-Utans sich oft auf dem Boden aufhalten und sich dort, wie man sehen kann, auch sehr wohlfühlen. „Unser bisheriges Weltbild stimmte nicht“, räumt der 43-Jährige ein.

    Museumsinsel Ansicht Herbst © Deutsches Museum

    © IZW / Re:wild / SIE / NCNP

    Mit der Kamerafalle ertappt: ein Vietnam-Kantschil.

    Kamerafallen ermöglichten vor einigen Jahren auch die spektakuläre Wiederentdeckung einer Art, des Vietnam-Kantschils. Die erstaunlich kleine Hirschart hatte man für ausgestorben gehalten (siehe Interview in der Randspalte) – die Wiederbegegnung machte weltweit Schlagzeilen. 

    In einem weiteren Schritt bringen die Berliner Forscher Kamerafallendaten mit hochauflösenden Satellitendaten zusammen, um funktionelle Karten zur Verbreitung von Arten zu erstellen. So konnten sie beispielsweise zeigen, dass der Klimawandel auch in Tropen bereits schlimme Folgen für die Artenvielfalt hat. Auf Borneo wurden mit der Methode bestimmte Gebiete kartiert, die besonderen Schutz brauchen. 

    Angeheizt werde der Verlust von Säugetieren neben dem Klimawandel vor allem durch Waldrodungen und illegale Jagd, vor allem mithilfe von Drahtschlingen, berichtete Andreas Wilting. Zwar würden Ranger im Auftrag von Naturschutzorganisationen immer wieder Drahtschlingen entfernen, aber angesichts von schätzungsweise 13 Millionen dieser Tierfallen allein in Vietnam, Kambodscha und Laos sei der Kampf ziemlich hoffnungslos. Der große Hunger auf Wildtierfleisch, vor allem in asiatischen Großstädten, sei ungebrochen und noch gelte die illegale Jagd als Kavaliersdelikt.

    Museumsinsel Ansicht Herbst © Deutsches Museum

    © Green Viet

    Aufstellung einer Kamerafalle in Vietnam.

    Neuerdings kombiniert das Team um Wilting die Daten aus Kamerafallen mit genetischen Daten, gewonnen aus Blutegeln, die in der Umgebung von Fotofallen gefangen werden. „Unsere Blutegelproben enthalten die DNA von mehreren Säugetieren und auch Viren dieser Tiere. Über die Blutegel können wir mögliche neue, noch unbekannte Viren finden können“, sagt der Berliner Forscher. 

    Was die Wildtierforscher noch planen? Eine immer großflächigere Erfassung sei das eine, berichtet Andreas Wilting, mehr Tempo das andere: „Wir müssen schneller werden. Oft dauert es Jahre von der Probennahme bis zur Analyse. Wir brauchen eine Fast-Echtzeit-Erfassung der Wildtiere, um sie besser schützen zu können.“

    Matthias Röschner © Deutsches Museum

    © GDNÄ

    Dr. Andreas Wilting

    Drei Fragen an Andreas Wilting

    Wie kamen Sie zu dieser Forschung?
    Entscheidend für meine spezielle Ausrichtung war ein Auslandsjahr während meines Studiums in Nepal und Malaysia. In Nepal konnte ich in verschiedene Artenschutz- und Naturschutzprojekte reinschnuppern, etwa zum Schutz von Tigern. Wir haben das zusammen mit der lokalen Bevölkerung gemacht, das finde ich wichtig. In Malaysia gab es eine gute Kooperation mit einheimischen Fachleuten aus der Forstwirtschaft. Bis heute ist mir der enge Bezug zu den Nutzern meiner Forschung wichtig. 

    Was war Ihre faszinierendste Entdeckung?
    Wenn ich das nicht allein auf mich beziehen darf, sondern auf meine Arbeitsgruppe: Das Beeindruckendste war die Wiederentdeckung des Vietnam-Kantschils. Vor hundert Jahren wurde diese kaninchengroße Hirschart erstmals beschrieben, vor dreißig Jahren auf einem asiatischen Wildtiermarkt erneut gesichtet. Meine Arbeitsgruppe hat den Fund 2019 in einem Nature-Journal publiziert. Mithilfe von Kamerafallen konnten wir inzwischen drei Populationen in drei Provinzen Vietnams entdecken. Wir suchen jetzt nach weiteren Kantschil-Populationen und setzen mit vietnamesischen Kollegen alles daran, die seltene Tierart zu schützen. Dass uns ähnliche Wiederentdeckungen bei anderen verschollenen Tierarten gelingen, halte ich für unwahrscheinlich. 

    Thema Biodiversität: Wo stehen wir in zehn Jahren?
    Ich befürchte, dass wir den Artenschwund in diesem Zeitraum nicht aufhalten können, trotz neuer Methoden zur Bestandserfassung. Die Belastungsfaktoren sich einfach zu groß, vor allem durch illegale Jagd, Waldverlust und Klimawandel. Bis die Populationen sich wieder erholen, dauert es mindestens dreißig, vierzig Jahre – falls sich auf vielen Ebenen sehr viel ändert.  

    Matthias Röschner © Deutsches Museum

    © WWF Viet Nam

    Ein Ranger mit eingesammelten Drahtschlingen.

    Museumsinsel Ansicht Herbst © Deutsches Museum

    Liebig-Denkmünze for Claudia Felser 

    Traditionell verleiht die Gesellschaft Deutscher Chemiker ihre Liebig-Denkmünze für hervorragende Leistungen auf dem gesamten Gebiet der Chemie auf den Versammlungen der GDNÄ. In diesem Jahr ging sie an Professorin Claudia Felser, Direktorin am Max-Planck-Institut für die Chemische Physik fester Körper in Dresden. Ausgezeichnet wurde die Chemikerin unter anderem für Design, Synthese und die physikalische Untersuchung neuer Quantenmaterialien.

    Drei Fragen an Claudia Felser

    Sie sind die erste Frau, die die Liebig-Denkmünze allein erhält. Es gibt diese Auszeichnung seit 117 Jahren. Was sagt Ihnen das?
    Wir brauchen mehr Frauen in den Naturwissenschaften und insgesamt in akademischen Führungspersonen. Es wäre toll, schon bald weitere Kolleginnen als Preisträgerinnen zu sehen. Ich bin für den Tenure-Track nach amerikanischem Vorbild, der es ermöglicht, die eigene Karriere langfristig zu planen. Meine Tochter zum Beispiel ist Ingenieurin und promoviert gerade in Deutschland. Sie strebt keine wissenschaftliche Karriere an, weil sie nicht so oft umziehen möchte.

    Wie sind Sie denn auf Ihren Weg gekommen?
    Ich sollte eigentlich nicht aufs Gymnasium gehen, sondern wurde von meiner Mutter auf die Realschule geschickt. Aber ich war sehr gut in Mathe und Physik und ein Lehrer hat dann dafür gesorgt, dass ich doch aufs Gymnasium kam – in der achten Klasse. Auf der neuen Schule gab es einen Chemielehrer, der mich begeisterte. Er hat mich dann bestärkt, Chemie und Physik zu studieren. Aber das habe ich mir zu dem Zeitpunkt nicht zugetraut, vielmehr machte ich zuerst einen typischen Frauen-Umweg und studierte Sonderpädagogik. Was mich später sehr vorangebracht hat, war die große Freiheit, die ich in meiner Forschung hatte, mein wissenschaftlicher Fokus an der Grenze zwischen Physik und Chemie – und vor allem meine fabelhaften Mentoren, denen ich sehr dankbar bin.

    Was begeistert Sie an Ihrer Forschung?
    Das Grundlegende und die Anwendungsnähe, beides. Wir machen Experimente mit anorganischen Materialien, um ganz neue Eigenschaften zu entdecken, die nützlich sein könnten, um zum Beispiel Abwärme in Strom zu verwandeln. Abwärme von Autos, von Häusern oder von Kraftwerken. Wir machen außerdem Experimente, von denen wir Auskunft über den Ursprung des Lebens und des Universums erwarten.

    Versammlungshashtag: #gdnae200

    Weitere Informationen:

    Matthias Röschner © Deutsches Museum

    © GDNÄ

    Prof. Dr. Claudia Felser

    Museumsinsel Ansicht Herbst © Deutsches Museum

    © Paul Mühlenhoff

    Physiknobelpreisträger Professor Reinhard Genzel nach seinem Vortrag bei der GDNÄ, umringt von Schülerinnen und Schülern.

    Tag 1 der Festversammlung in Leipzig: Donnerstag, 8. September 2022

    Tag 1: Donnerstag, 8. September 2022

    Schülerprogramm: Die Wissenschaft ist gefordert

    Vorbereitungstreffen seit dem Frühsommer, intensive Diskussionen und schließlich die Einigung auf drei Kernthemen: Am Nachmittag des ersten Versammlungstages präsentierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Schülerprogramms ihre Fragen an die Wissenschaft und fordert damit drei renommierte Wissenschaftler auf dem Podium heraus: die Biologin und Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung, Professorin Antje Boetius, der Strukturbiologe und designierte Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Patrick Cramer, und der Bauingenieur, Wissenschaftsmanager und acatech-Präsident Jan Wörner.

    Tag 1 der Festversammlung in Leipzig: Donnerstag, 8. September 2022

    © GDNÄ

    Schülerpräsentation bei der Festversammlung mit Fragen das Wissenschaftlerteam (im Bild rechts: Antje Boetius, Patrick Cramer und Jan Wörner).

    Den Aufschlag machten Zoe Klee und Julius May als Repräsentanten des Teams Biologie. Sie wollten wissen, ob Algen so eingesetzt werden können, dass sie das atmosphärische und im Meerwasser gelöste CO2 und andere Treibhausgase wie Methan abbauen können – und mit welchen Methoden sich die Algen möglicherweise für diese Aufgabe optimieren lassen. Dazu werde viel geforscht, sagte Antje Boetius, etwa in München-Martinsried. Allerdings sei das Enzym, das man dazu braucht, nicht einfach einzusetzen. „Die Chancen, dass wir Pflanzen dazu kriegen, mehr von unserem CO2 aufzunehmen, sind nicht sehr groß. Viel besser wäre es, wenn wir weniger emittieren würden.“ Auch Patrick Cramer wollte keine Hoffnungen auf schnelle Lösungen schüren: „So einfach ist das nicht mit den Algen und ihrer Optimierung.“ Schließlich sei die Biomasse die große Unbekannte im Klimasystem: „Wie viel Kohlenstoff wird gebunden und wo? Noch können wir das in unseren Modellen nicht vorhersagen.“

    Museumsinsel Ansicht Herbst © Deutsches Museum

    © GDNÄ

    Konzert des Albero Quartet beim abendlichen Buffet am ersten Versammlungstag.

    Die Frage des Medizin-Teams – Yara Mshinsh und Elias Pantzier – lautete: „Was halten Sie für notwendig, um Individualmedizin für jeden Menschen zeitnah realisieren zu können?“ Noch gebe es keine wirklich individualisierte Medizin, sagte Patrick Cramer: „Bislang werden Patienten in Behandlungsgruppen eingeteilt, etwa beim Wirkstoff Herceptin, der nur bestimmten Brustkrebs-Patientinnen nützt.“ Die Schülerin und der Schüler hakten nach: „Was können Max-Planck-Institute denn beitragen, um die Individualmedizin voranzubringen?“ „Wir machen Grundlagenforschung“ antwortete Patrick Cramer, „aber wenn wir eine Technologie mit Nutzen für die Menschheit haben, dann entwickeln wir das gern weiter, etwa im Rahmen von Max-Planck-Innovation, einer Plattform für Ausgründungen aus der Forschung.“ Ein Erfolgsbeispiel sei ein Kinase-Inhibitor für die Krebstherapie. Cramer: „Wir bewegen uns rasant voran und entdecken immer wieder neue Prinzipien, die manchmal erst Jahrzehnte später den Patienten zugutekommen.“

    Museumsinsel Ansicht Herbst © Deutsches Museum

    © GDNÄ

    Astrophysiker Günther Hasinger erläutert seine Theorie zur Entstehung der Dunklen Materie.

    Kämpferisch traten Patricia Städtler und Janis Hofmann vom Team Stadtentwicklung auf: Für die perfekte Stadt von morgen forderten sie preislich optimierten Wohnraum, reibungslosen und emissionsfreien Verkehr sowie eine „absolute Kreislaufwirtschaft“, die knappe Ressourcen wie Sand und Beton recycelt. „Ich warne davor, die perfekte Stadt zu suchen“, sagte Jan Wörner, und erinnerte an die vielen urbanen Visionen, die nie verwirklicht wurden. Statt einem Wolkenkuckucksheim nachzujagen, riet der Ingenieur, die bestmögliche Stadt zu ermöglichen – „das sollte unser Ziel sein“. Die Stadt der Zukunft müsse flexibel sein, kostengünstig und last, but not least auch sicher. „Die Wahrscheinlichkeit, dass hier im Kongresssaal die Decke runterfällt, ist nicht gleich Null“, sagte Wörner und erntete Heiterkeit. Holz sei nicht die Universallösung für klimafreundliches Bauen, betonte er, und Beton sei keineswegs tot. „Aber es muss nicht immer Zement sein, wir werden künftig auch Strukturen aus Algen bauen können.“ Es sei wichtig, viele Technologien im Auge zu behalten – „wir müssen offenbleiben.“

    Zum Abschluss der angeregten Diskussion, unterhaltsam von GDNÄ-Präsident Professor Martin Lohse moderiert, warb Patrick Cramer um die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Schülerprogramms: „In der Wissenschaft brauchen wir junge Leute wie Sie.“ – Am Freitag, 9. September, wird die Forschung wieder herausgefordert: durch Fragen in der Sitzung Biologie, moderiert vom nächsten GDNÄ-Präsidenten, Professor Heribert Hofer.

    Matthias Röschner © Deutsches Museum

    © GDNÄ

    Das Albero Quartet aus Leipzig.

    Grußworte

    Mit Blick auf den aktuellen Fachkräftemangel ermunterte Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger die jungen Leute auf der Tagung: „Bringen Sie sich ein – Deutschland braucht Sie.“ Dr. Matthias Rößler, Präsident des sächsischen Landtags, griff diesen Gedanken auf und dankte der GDNÄ für ihren Einsatz für den Nachwuchs.  Er erinnerte daran, dass die Naturforschergesellschaft im Laufe ihrer Geschichte immer wieder nach Sachsen zurückkehrte. Professor Thomas Fabian, Leipziger Bürgermeister, wies auf die außergewöhnlich dynamische Entwicklung seiner Stadt hin – mit einem Bevölkerungszuwachs um hunderttausend Menschen in nur zehn Jahren: „Unsere hohe Lebensqualität hat sich herumgesprochen, vor allem unter jungen Leuten.“

    Matthias Röschner © Deutsches Museum

    © GDNÄ

    Ehrungen

    Die Alexander-von-Humboldt-Medaille für seine besonderen Verdienste für die GDNÄ erhielt der ehemalige Präsident der Gesellschaft (1995-1996), Physik-Professor Joachim Treusch. Er gehöre zu den „Weitblickern“, der seit jeher die Kommunikation mit der Gesellschaft gefördert habe, sagte Professorin Eva-Maria Neher in ihrer Laudatio. „Joachim Treusch ist ein großer Reformator der deutschen Wissenschaft, sein Rat und seine Weisheit sind nachgefragt wie eh und je.“ In seiner kurzen Dankrede erinnerte Treusch an eine erstaunlich korrekte Prognose zum Klimawandel der Deutschen Physikalischen Gesellschaft von 1985, die nicht zu den nötigen Konsequenzen führte: „Meine Hoffnung ist, dass die Jugend aus unseren Fehlern lernt.“

    Die Lorenz-Oken-Medaille 2022 geht an Dr. Mai Thi Nguyen-Kim. Die Chemikerin und Journalistin war in Leipzig per Video zugeschaltet; überreicht wird ihr die Auszeichnung für ihre öffentliche Wissenschaftsvermittlung Anfang Oktober in Hannover beim Forum Wissenschaftskommunikation. Mai Thi griff das Motto des Schülerprogramms „Wir haben nur eine Welt“ auf und ermunterte die jungen Leute im Saal, für ein lebenswertes Morgen zu kämpfen: „Ihr seid die Zukunft unserer Spezies und das stimmt mich hoffnungsvoll.“

    Matthias Röschner © Deutsches Museum

    © GDNÄ

    Beim abendlichen Science Slam stellten junge Leute ihre Forschungsergebnisse in Kurzform vor.

    Versammlungshashtag: #gdnä200

    Weitere Informationen:

    Medienresonanz Die 200-Jahr-Feier macht Schlagzeilen

    Medienresonanz

    Die 200-Jahr-Feier macht Schlagzeilen

    Ob in Rundfunk oder Zeitung, auf Websites oder Instagram: Die Jubiläumsversammlung der GDNÄ weckt das Interesse von Journalisten in der Region Leipzig und weit darüber hinaus. Auf dieser Seite informieren wir Sie über aktuelle Beiträge und liefern Hintergrundinformationen.

    Im Herbst 2023

    Jahrbuch 2022 der Leopoldina

    In einem 35-seitigen Beitrag berichtet Dr. Michael Kaasch, wissenschaftlicher Redakteur der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, ausführlich über die 200-Jahr-Feier der GDNÄ und den Leopoldina-Vortrag von Markus Gross „Informatik für die Bilder aus Hollywood“. Der Aufsatz enthält viele Detailinformationen zur gemeinsamen Geschichte der GDNÄ und der Leopoldina. Prägnante Zitate und umfangreiche Quellenangaben runden den sorgfältig ausgearbeiteten Beitrag ab. 

    >> Sonderdruck „Die Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte und die Leopoldina“ (PDF, 1,24 MB)
    >> Jahrbuch 2022 der Leopoldina

    Im März 2023

    „Leipziger Blätter“

    Die Kulturzeitschrift „Leipziger Blätter“ berichtet in einem dreiseitigen Beitrag („Zurück zu den Wurzeln“) über die Festversammlung 2022, die Geschichte der Naturforschergesellschaft und ihre Zukunftspläne. Dabei geht es immer wieder um die besonderen Beziehungen der GDNÄ zu ihrer Gründungsstadt. Die „Leipziger Blätter“ erscheinen im Passage-Verlag, der auch die Festschrift „Wenn der Funke überspringt“ veröffentlicht hat.

    >> Beitrag „Zurück zu den Wurzeln“ (PDF, 249 KB)
    >> Aktuelle Ausgabe der zweimal jährlich erscheinenden Kulturzeitschrift „Leipziger Blätter“

    Im November 2022

    „Naturwissenschaftliche Rundschau“

    In zwei ausführlichen Beiträgen berichtet die Organzeitschrift der GDNÄ, die Naturwissenschaftliche Rundschau, über die Jubiläumstagung in Leipzig. Dr. Klaus Rehfeld, Redakteur und Herausgeber der Zeitschrift bis 2021, schildert seine Eindrücke von der glanzvollen Eröffnung mit Festvorträgen und Diskussionsrunden. Professor Michael Dröscher, Schatzmeister und Generalsekretär der GDNÄ, lässt die viertägige Versammlung mit allen Namen, Vorträgen und Facetten noch einmal Revue passieren.

    >> Professor Michael Dröscher: Ein glanzvolles Fest der Wissenschaften (PDF, 1,79 MB)
    >> Dr. Klaus Rehfeld: Wissenschaft im Bild (PDF, 3,73 MB)

    Im Oktober 2022

    Kulturblog „Leipzig-Lese“

    Vor dem Hintergrund einer Podiumsdiskussion über die Geschichte der GDNÄ geht es in diesem Interview um die Obsession Schellings und Hegels mit Fragen der Chemie. Darüber tauschen sich der sächsische Wissenschaftsjournalist Dr. Konrad Lindner und der Wissenschaftshistoriker und GDNÄ-Vertreter Professor Dietrich von Engelhardt aus.

    Im September 2022

    Physik-Portal „pro-physik.de“

    Das führende deutschsprachige Fachportal für alle Gebiete der Physik berichtet ausführlich über die Jubiläumsfeier und die Geschichte der GDNÄ.

    >> GDNÄ: Offener Austausch für die Wissenschaft

    Website von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften:

    Seit 1822 bringt die Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ) Wissenschaftler, Wissenschaftlerinnen und an der Wissenschaft Interessierte zum fächerübergreifenden Austausch zusammen. Auf der Festversammlung zum 200-jährigen Bestehen der Gesellschaft vom 8. bis 11. September in Leipzig standen verschiedene Zukunftsfragen im Zentrum. Auch acatech Expertinnen und Experten waren geladen und diskutierten mit den Teilnehmenden über Möglichkeiten der Technikgestaltung, neue Formen der Partizipation oder die digitale Transformation im Gesundheitswesen. (…weiterlesen)

    Impressionen vom Vorbereitungstreffen des Schülerprogramms im Juni 2022 in Leipzig.

    © acatech

    Armin Grunwald, Karena Kalmbach und MDW (v.l.n.r.) beim acatech Science & Technology Café „In welcher Welt wollen wir leben?“

    Wissenschaftsblog des Wiener „Standard“

    In einem anschaulich illustrierten und mit vielen interessanten Details gespickten Blogbeitrag „Forschung im Dialog: Zwei Jahrhunderte der Tagungen“ beleuchtet Thomas Hofmann Höhepunkte der GDNÄ-Tagungen in Österreich. Österreich war ein oft besuchter Tagungsort, hier liegt Wien an erster Stelle (1832, 1856, 1894, 1913, 1966), gefolgt von Innsbruck (1869, 1924, 1978), Graz (1843, 1875) und Salzburg (1881, 1909). Über die große Wiener Tagung im Jahr 1913 schreibt Thomas Hofmann zum Beispiel:

    „Der vierte Kongress in Wien lockte im September 1913 mehr als 5.000 Kongressteilnehmer und Kongressteilnehmerin die Hauptstadt. Die Stadt stand ganz im Zeichen der Wissenschaften. ‚Man begegnet ihnen, jetzt allenthalben in der Stadt, den deutschen Naturforschern und Aerzten, und man freut sich, ihnen zu begegnen‘, schrieb der Feuilletonist Paul Zifferer in der Neuen Freien Presse.“

    Thomas Hofmann ist Leiter der Bibliothek, des Verlags und des Archivs der österreichischen  Geologischen Bundesanstalt.

    Impressionen vom Vorbereitungstreffen des Schülerprogramms im Juni 2022 in Leipzig.

    © Wissenschaftsblog des Wiener „Standard“

    Screenshot „Forschung im Dialo. Zwei Jahrhunderte der Tagungen“

    Bericht über das Schülerprogramm im MDR

    In seiner Nachrichtensendung „Sachsenspiegel“ strahlt der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) am 8. September ab 19:00 Uhr einen Beitrag über das GDNÄ-Schülerprogramm aus. Gezeigt wird, wie sich Schülerinnen und Schüler im Leipziger Goethe-Gymnasium auf ihren Auftritt bei der Eröffnung der 200-Jahr-Feier vorbereiten. Das Kamerateam begleitet sie auch zu ihrer Präsentation mit dem Titel „Wir haben nur eine Welt“ in der Kongresshalle am Zoo Leipzig. Der Beitrag ist eine Woche lang in der Mediathek und auf Anfrage auch später noch verfügbar.

    © MDR

    In seiner Nachrichtensendung „Sachsenspiegel“ strahlte der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) am 8. September einen Beitrag über das GDNÄ-Schülerprogramm aus.
    Impressionen vom Vorbereitungstreffen des Schülerprogramms im Juni 2022 in Leipzig.

    © GDNÄ

    6. September 2022: Schülerinnen und Schüler am Tag vor der Präsentation „Wir haben nur eine Welt“ in der Kongresshalle am Zoo Leipzig

    Bilder und Berichte auf Instagram

    Der GDNÄ-eigene Instagram-Kanal @gdnae.society liefert aktuelle Impressionen vom Tagungsgeschehen in Leipzig. Die Beiträge kommen von einem jungen Team von der Stuttgarter Hochschule der Medien: Gloria Gamarnik, Lena Dagenbach und Maren Krämer, drei Studentinnen aus dem Studiengang Crossmedia-Redaktion/Public Relations. Geleitet wird das Projekt von Dr. Alexander Mäder, Wissenschaftsjournalist und Professor an der Medienhochschule. Schwerpunkt der Berichterstattung ist das Schülerprogramm der GDNÄ.

    Versammlungshashtag: #gdnae200

    Im August 2022

    Kulturblog „Leipzig-Lese“ über Lorenz Oken und die Gründung der GDNÄ

    In einem ausführlichen Beitrag beschäftigt sich der sächsische Wissenschaftsjournalist Dr. Konrad Lindner mit der Gründungsgeschichte der GDNÄ und ihrer weiteren Entwicklung. Der im Portal Leipzig-Lese erschienene Text führt über die Beiträge von Schelling, Oken, Oerstedt und Carus bis zu Einstein und Heisenberg und zu den heutigen Leipziger Philosophen, die sich zur idealistisch-romantischen Naturphilosophie und zum Deutschen Idealismus geäußert haben.

    Impressionen vom Vorbereitungstreffen des Schülerprogramms im Juni 2022 in Leipzig.

    © Leipzig-Lese

    Screenshot „Lorenz Oken rief Naturforscher und Ärzte für 1822 nach Leipzig“
    Impressionen vom Vorbereitungstreffen des Schülerprogramms im Juni 2022 in Leipzig.

    © GDNÄ

    Litfasssäule in Leipzig: Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, an der GDNÄ-Versammlung teilzunehmen.

    Im September 2022

    Beitrag in der Leipziger Volkszeitung

    © Leipziger Volkszeitung

    Livestream-Festversammlung in Leipzig in Echtzeit miterleben

    Livestream

    Die Festversammlung in Echtzeit miterleben

    Der Nobel-Vortrag handelt von einer galaktischen Entdeckungsreise, der Leopoldina-Vortrag zeigt, wie viel Informatik heute in Kinofilmen steckt und die glanzvolle Eröffnungsfeier lockt mit spannenden Diskussionen, Musik und Einblicken in aktuelle Forschung. Wer bei der Jubiläumstagung der GDNÄ anwesend ist, erlebt ein großartiges Fest der Wissenschaft mit vielen Höhepunkten.

    Aber auch diejenigen, die nicht vor Ort sein können, sind – und das ist ein Novum bei GDNÄ-Versammlungen – zur Teilnahme in Echtzeit eingeladen. Alle Vorträge im Großen Saal der Kongresshalle am Zoo Leipzig werden per Livestream übertragen, ebenso die gesamte Festversammlung am Donnerstag, 8. September 2022 (14:00-18:00), und die öffentlichen Vorträge von Physik-Nobelpreisträger Professor Reinhard Genzel (Freitag, 9. September, 18:30-20:00) und dem Informatik-Professor Markus Gross von der ETH Zürich „Informatik für die Bilder aus Hollywood“ (Samstag, 10. September, 18:30-20:00).

    Die Livestream-Nutzung ist kostenfrei; besondere technische Voraussetzungen sind nicht erforderlich. Ein digitales Endgerät und eine gute Internetverbindung genügen, um live dabei zu sein:

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Weitere Informationen

    Dauerhaft nutzbar sind hingegen die Videoaufnahmen von Vorträgen, Interviews und zusammenfassenden Beiträgen, die nach der Versammlung auf dem eigenen GDNÄ-YouTube-Kanal eingestellt und ebenfalls kostenlos zur Verfügung stehen.