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    Lasker-Preis für GDNÄ-Mitglied

    Professor Dieter Oesterhelt erhält hohe Ehrung für seine Verdienste um die Optogenetik

    Als Pionier der Optogenetik wurde dem langjährigen GDNÄ-Mitglied und emeritierten Direktor am Max-Planck-Institut für Biochemie, Professor Dieter Oesterhelt, der wichtigste biomedizinische Forschungspreis der USA zugesprochen.

    Oesterhelt erhält den mit 250.000 Dollar dotierten Albert Lasker Award 2021 zusammen mit seinem akademischen Schüler Professor Peter Hegemann von der Berliner Humboldt-Universität und Professor Karl Deisseroth, der an der Stanford University forscht. Geehrt werden die drei Wissenschaftler für die Entdeckung lichtempfindlicher Proteine in der Membran von Einzellern und deren Einsatz zur Weiterentwicklung der Optogenetik. Mit ihrer Forschung bahnten die Preisträger zahlreichen medizinischen Anwendungen den Weg, darunter auch neuen Therapieansätzen gegen Blindheit. Viele Träger des Lasker-Preises erhielten später den Nobelpreis.

    © Krella, Archiv der Max-Planck-Gesellschaft Berlin

    Dieter Oesterhelt (links) mit seinem Doktorvater und Nobelpreisträger Feodor Lynen, 1967

    Leipzig 2022: Würzburg 2021 fusioniert mit 200-Jahrfeier der GDNÄ

    Leipzig 2022

    Würzburg 2021 fusioniert mit 200-Jahr-Feier der GDNÄ

    Schweren Herzens hat sich das Präsidium der GDNÄ entschlossen, die Versammlung 2021 in Würzburg nicht durchzuführen, sondern sie mit der 200-Jahr-Feier der GDNÄ in Leipzig zusammenzulegen. Grund ist die Corona-Pandemie, die alle bisherigen Planungen obsolet macht. Die Jubiläumstagung findet vom 8. bis 11. September 2022 in Leipzig statt.

    Für die ursprünglich im September 2020 vorgesehene Versammlung in Würzburg zum Thema „Wissenschaft im Bild“ war alles pünktlich vorbereitet. Viele GDNÄ-Mitglieder, ausgewählte Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Bürger hatten sich schon auf hochrangige Vorträge, Diskussionen und den persönlichen Austausch gefreut. Doch dann kam Corona und verlangte neue Lösungen. Im Frühsommer 2020 wurde die Würzburger Versammlung um ein Jahr verschoben. Das schien damals ein sicherer Abstand zu sein. Doch inzwischen überwiegt die Einschätzung, dass eine Präsenzversammlung auch im September 2021 ein zu hohes Risiko bedeuten würde. Daher die Entscheidung, Highlights zum Thema „Wissenschaft im Bild“ bei der Jubiläumsversammlung zum 200-jährigen Bestehen der GDNÄ am Gründungsort Leipzig zu präsentieren – zusammen mit neuen Themen, die im Laufe der nächsten Monate erarbeitet und dann auf dieser Seite vorgestellt werden.

    Saarbrücken 2018 © Robertus Koppies

    Die 200-Jahr-Feier der GDNÄ wird in der Kongresshalle am Zoo Leipzig
    stattfinden.

    Virtuelle Zusammenkunft

    Virtuelle Zusammenkunft

    Erste Online-Mitgliederversammlung der GDNÄ

    Die aufgrund der Corona-Pandemie organisierte Internetveranstaltung ersetzte die Mitgliederversammlung, die während der Versammlung in Würzburg im September 2020 hätte stattfinden sollen. Das Präsidium begrüßte die bei der Geschäftsstelle angemeldeten Mitglieder am 24. November 2020, 11 Uhr, zur Außerordentlichen Mitgliederversammlung im virtuellen Hörsaal.

    Auf der Tagesordnung standen neben den turnusgemäßen Berichten die Wahl eines neuen 2. Vizepräsidenten, der 2023 das Präsidentenamt übernehmen wird.

    Saarbrücken 2018 © Robertus Koppies

    GDNÄ-Versammlung in Vor-Corona-Zeiten.

    Würzburg 2021 | Nächste GDNÄ-Tagung findet vom 10. bis 12. September 2021 statt

    Würzburg 2021

    Nächste GDNÄ-Tagung: 10.-12.9.2021

    Angesichts der gegenwärtigen Corona-Lage hat sich der Vorstand der GDNÄ entschlossen, die Jahresversammlung in das Jahr 2021 zu verschieben. Neuer Termin ist der 10. bis 12. September 2021. Das Thema „Wissenschaft im Bild“ und das Programm sollen so weit wie möglich erhalten bleiben. Das genaue Programm wird im Herbst 2020 auf dieser Website bekannt gegeben sowie im Frühjahr 2021 an die Mitglieder versandt werden. Wir freuen uns, Sie dann 2021 bei einer spannenden Tagung begrüßen zu dürfen. 

    Zusammen mit der Versammlung müssen auch die nächste Mitgliederversammlung und die dort geplanten Wahlen auf dieses Datum verschoben werden.

    Die 132. Versammlung der GDNÄ ist im gewohnten Rhythmus für das Jahr 2022 vorgesehen. In Leipzig, dem Gründungsort der GDNÄ, feiern wir dann das 200-jährige Bestehen unserer Gesellschaft.

    Wolfgang Wahlster erhält Ehrendoktorwürde der Technischen Universität Prag

    Wolfgang Wahlster erhält Ehrendoktorwürde der Technischen Universität Prag

    Der Informatiker Prof. Dr. Wolfgang Wahlster, GDNÄ-Präsident 2017-2018 und Chefberater des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), hat die Ehrendoktorwürde der Tschechischen Technischen Universität (CTU) Prag entgegengenommen. Die Zeremonie fand in Anwesenheit des tschechischen Vizepremiers und Wirtschaftsministers Dr. Karel Havlíček im Januar 2020 in der Prager Betlehemskapelle statt.

    Wolfgang Wahlster erforscht die Interaktionen von Mensch und Technik sowie den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Unter dem Stichwort „Industrie 4.0“ entwickelt er Schnittstellen, mit denen Menschen und Roboter reibungslos zusammenarbeiten können. Zentral sind hierbei Algorithmen, die ständig dazulernen und Prozesse optimieren.

    Wahlster arbeitet seit mehreren Jahrzehnten eng mit der Tschechischen Technischen Universität (CTU) zusammen. Aus der Kooperation von DFKI und CTU geht etwa auch das 2019 ins Leben gerufene Forschungs- und Innovationszentrum für fortgeschrittene industrielle Produktion (RICAIP) hervor, das mit rund 50 Millionen Euro von der EU gefördert wird.

    Die Ehrendoktorwürde der CTU Prag ist dritte internationaler Würdigung dieser Art, die Wolfgang Wahlster zugesprochen wurde.

    Prof. Wolfgang Wahlster in seiner Dankesrede am 21. Januar 2020 an der CTU.

    Lorenz-Oken-Preisträger Gert Scobel:
    „Das Verständnis des komplexen Ganzen fördern“

    Lorenz-Oken-Preisträger Gert Scobel

    „Das Verständnis des komplexen Ganzen fördern“

    Der Andrang war groß bei der Verleihung der Lorenz-Oken-Medaille im Kongresszentrum der Messe Essen. Bei der anschließenden Diskussion stand das gesellschaftliche und politische Engagement von Wissenschaftlern im Fokus.

    Er ist der 19. Träger der Lorenz-Oken-Medaille der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ): Gert Scobel, Fernsehmoderator, Wissenschaftsjournalist und Philosoph. Scobel erhielt die Auszeichnung von Professor Martin Lohse, Präsident der GDNÄ. Im vollbesetzten Saal entwickelte sich ein inspirierendes Gespräch über Forschung heute und die Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse an die Öffentlichkeit.

    Martin Lohse erinnerte an die Anfänge der GDNÄ. Lorenz Oken habe die Gesellschaft 1822 gegründet, damit Menschen, die an naturwissenschaftlicher und medizinischer Forschung interessiert sind, zusammenkommen und über die jeweiligen Spezialgebiete hinaus miteinander diskutieren. „Die GDNÄ steht bis heute für den übergreifenden Dialog zwischen den Wissenschaften und zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit“, betonte Lohse. Gert Scobel gelinge es seit vielen Jahren, Forschung kenntnisreich und begeisternd zu vermitteln. „Damit verkörpert er in vorbildlicher Weise die Ziele unserer Gesellschaft“, sagte der GDNÄ-Präsident.

    Professorin Julika Griem griff in ihrer Laudatio ein Zitat von Harald Schmidt auf. Der Satiriker hatte Scobel einmal als den „letzten Universalgelehrten des deutschen Fernsehens“ bezeichnet. Die Vizepräsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) betonte, dass Scobels „wissenschaftsjournalistischen Aktivitäten eine beeindruckende fachliche Bandbreite“ abdeckten. Als Theologe und Philosoph sehe er zudem die Pflicht, „gerade dort Skepsis und Zweifel zu kultivieren, wo allzu schnell naive Wahrheiten und Wahrhaftigkeitsversprechen gemacht werden“, ergänzte sie.

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    Übergabe der Lorenz-Oken-Medaille 2019 an Fernsehmoderator Gert Scobel (v.l.n.r. GDNÄ-Präsident Martin Lohse, Preisträger Gert Scobel, GDNÄ-Generalsekretär Michael Dröscher, Laudatorin und DFG-Vizepräsidentin Julika Griem)

    Einer, der hohe Standards setzt

    „Gert Scobel setzt in völlig unverkrampfter, aber sehr anspruchsvoller Weise auf Sprache und Diskurs“, sagte Griem. Er lasse sich nicht von populären Denkmodellen oder dem Streben nach schnellen Klicks leiten. „Seine Arbeit gründet auf einer differenzierten Kenntnis der Unterschiede zwischen Medien, Formaten und ihren Möglichkeiten, auf der sorgfältigen Beherrschung eines Handwerks, mit dem er hohe Standards setzt, Unterscheidungen vornimmt und die Pluralität unserer Wissensgesellschaft respektiert“, analysierte die Direktorin des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen.

    Julika Griem lobte Scobels oft ungewöhnliche Ansätze und zitierte aus einem aktuellen Buch des Preisträgers: „Der moderne Mensch selbst stellt das Risiko dar, das er ausschließen wollte. Es liegt daher zutiefst in der Logik der Moderne, den Menschen abzuschaffen und durch immer umfassendere Algorithmen und autonome Systeme zu ersetzen.“ In seiner natürlichen, unbearbeiteten biologischen Standardform sei der Mensch der eigentliche Feind der Moderne, die er selbst geschaffen habe, heißt es weiter in Scobels 2017 erschienenem Buch „Der fliegende Teppich. Eine Diagnose der Moderne“. Nach Ansicht des Autors kämpft der Mensch gegen sich selbst, in dem er versucht, seine eigene Unberechenbarkeit durch Technologie in den Griff zu bekommen. „Das ist kein einfaches Denkprogramm“, kommentierte Griem.

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    Blick in den Veranstaltungssaal der Messe Essen bei der Preisrede von Gert Scobel.

    In der Tradition Humboldts

    Gert Scobel erinnerte in seinem Vortrag an eine Rede von Alexander von Humboldt vor der GDNÄ in Berlin im Jahr 1828. Humboldt sei in vielfacher Hinsicht ein Pionier gewesen: Er gehörte zu den ersten Wissenschaftlern, die unermüdlich die Interdisziplinarität der Wissenschaften einforderten – und zwar in Theorie und Forschungspraxis. Humboldt habe die Wissenschaft immer als globales Netzwerk-Projekt verstanden. Zudem sei er ein Meister der Kommunikation auf verschiedenen Kanälen gewesen. Er habe durch sein Wissen und seine Fähigkeit zur Einordnung begeistert, sagte Gert Scobel.

    Der Publizist warb dafür, Humboldts Ideen wieder stärker zu folgen. Es gehe erstens darum, die Komplexität der Welt, in der wir leben, zu verstehen und zweitens diese komplexe Welt durch unser Handeln gut, nachhaltig und im Idealfall sogar weise zu steuern. Scobel kritisierte, dass die Idee einer umfassenden Bildung an Universitäten noch immer nicht verwirklicht worden sei und schlug vor: „Wir sollten mehr Energie in eine Ausbildung stecken, die neben einer fundierten Fachausbildung auch Wert legt auf ein Verständnis des komplexen Ganzen.“

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    Fest im Griff: Die Lorenz-Oken-Medaille 2019 in den Händen des Preisträgers.
    Text der Urkunde

    Gert Scobel steht mit großem Engagement für die Leitmotive des Wissenschaftsjournalismus: Aufklärung, gesellschaftliche Emanzipation und Stärkung der Urteilskraft. Das ist gerade in Zeiten von „Fake News“ besonders wichtig. Gert Scobel nutzt das Massenmedium Fernsehen in vorbildlicher Weise, um den Meinungsbildungsprozess in der Gesellschaft zu stärken. Dabei versteht er es immer wieder hervorragend, die Brücke zwischen Wissenschaft und medialer Vermittlung zu schlagen.

    Lorenz Oken hat im Jahr 1822 die Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte gegründet, um den freundschaftlichen Austausch zwischen Naturforschern und Ärzten, aber auch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu fördern.

    Mit seinem erfolgreichen Einsatz für die Kommunikation zwischen Wissenschaft und Gesellschaft ist Gert Scobel im Sinne von Oken ein würdiger Träger der Lorenz-Oken-Medaille.

    Eintreten für die Demokratie

    In der anschließenden Diskussion wurde die zunehmende Bedeutung einer guten Wissenschaftskommunikation hervorgehoben. Nicht nur das Wissen selbst müsse thematisiert werden, sondern auch die Wirkung der Wissenschaft in die Gesellschaft hinein, hieß es auf dem Podium. Dabei gelte es Zeichen zu setzen, sagte der GDNÄ-Präsident Martin Lohse: „Aufklärung und Demokratie müssen auch heute immer wieder verteidigt werden.“ Gert Scobel machte sich stark für eine bessere Diskussionskultur: „Wir haben es verlernt, auf eine freundliche Art und Weise miteinander zu streiten.“