• DE
  • EN
  • Großes Vertrauen in die Wissenschaft

    Großes Vertrauen in die Wissenschaft

    Die Menschen in Deutschland vertrauen Wissenschaft und Forschung in hohem Maße, insbesondere auch im Vergleich zu anderen Gesellschaftsbereichen. Dies ergab eine repräsentative Umfrage von Wissenschaft im Dialog (WID), einer Initiative zur Förderung des öffentlichen Austauschs, bei der die GDNÄ als Gesellschafterin mitwirkt.

    Dem neuen Wissenschaftsbarometer zufolge vertrauen 46 Prozent der Befragten Wissenschaft und Forschung, 27 Prozent der Wirtschaft. 18 Prozent den Medien und lediglich 17 Prozent der Politik. Gut die Hälfte der Studienteilnehmer ist der Ansicht, dass politische Entscheidungen generell auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen sollten und drei Viertel von ihnen wünschen sich eine stärkere Einmischung von Wissenschaftlern in die Politik – etwa beim Thema Klimawandel.

    Broschuere Wissenschaftsbar

    Broschüre Wissenschaftsbar 2019

    Professor Wahlster erhält Großes Verdienstkreuz

    Professor Wahlster erhält Großes Verdienstkreuz der BRD

    GDNÄ-Vizepräsident Prof. Dr. Wolfgang Wahlster, Gründungsdirektor des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), wurde für seine Leistungen auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreichte dem Forscher die hohe Ehrung am 2. Oktober bei einer feierlichen Zeremonie im Schloss Bellevue. Wolfgang Wahlster habe sich mit seiner Forschung zur Künstlichen Intelligenz (KI) einer der zentralen Zukunftsherausforderungen gestellt und die Bundesrepublik zu einem der Spitzenplätze in seiner Wissenschaft gemacht, so die Preisbegründung.

    Der Professor für Informatik an der Universität des Saarlandes stellte 1988 als Wissenschaftlicher Gründungsdirektor die Weichen für das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz. Von 1996 bis Februar 2019 leitete er die renommierte Einrichtung – sie ist die weltweit größte Forschungseinrichtung für Künstliche Intelligenz – als Direktor und Vorsitzender der Geschäftsführung. „Wolfgang Wahlster hat maßgeblich die Grundlagen von Mensch-Technik-Interaktionen erarbeitet und visionär als Initiator des Projekts „Industrie 4.0“ das erforscht, was morgen unser aller Leben mehr denn je bestimmen wird: die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter“, heißt es in einer Mitteilung des Bundespräsidialamts.

    Professor Wahlster ist erster Vizepräsident der GDNÄ. In seiner turnusgemäß zweijährigen Amtszeit als Präsident der Forschergesellschaft leitete er deren 130. Versammlung im September 2018 in Saarbrücken. Die Veranstaltung, bei der renommierte Wissenschaftler zum Thema „Digitalisierung der Wissenschaften“ sprachen, fand große Resonanz in der Öffentlichkeit.

    Great Cross of the Order of

    Professor Wahlster mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

    Experten fordern Sofortmaßnahmen zum Klimaschutz

    Experten fordern Sofortmaßnahmen zum Klimaschutz

    Deutschland und die Weltgemeinschaft haben sich im Pariser Klimaabkommen 2015 dazu verpflichtet, die menschengemachte globale Erwärmung der Erde auf weniger als 2°C zu beschränken. Dieses Ziel ist nur noch zu erreichen, wenn sofort sowohl nationale wie auch internationale Vereinbarungen eingehalten werden. In der Ad-hoc-Stellungnahme „Klimaziele 2030: Wege zu einer nachhaltigen Reduktion der CO₂-Emissionen“ fordert ein Expertenteam der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina deshalb einen unmittelbaren Transformationsschub und beschreibt Sofortmaßnahmen zum Schutz des Klimas, die schnell sozialverträglich und innovationsfördernd Wirkung entfalten können. Zu den Autoren gehört Professor Martin Lohse, Präsident der GDNÄ und Vizepräsident der Leopoldina.

    Die Leopoldina unterstützt die in aktuellen Expertengutachten enthaltene Forderung nach einem einheitlichen und sektorenübergreifenden Preis für Treibhausgasemissionen. Der anfängliche CO₂-Preis müsse dabei erheblich höher liegen als der aktuelle Preis im europäischen Emissionshandel, der momentan bei 25 Euro/t CO₂ liegt. Zudem solle der Preis in den kommenden Jahren schrittweise steigen. Die Politik sei gefordert, die gewählte CO₂-Bepreisung regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf nachzujustieren. Das Instrument der CO₂-Bepreisung müsse als unverrückbare klimapolitische Strategie erkennbar sein.

    In der Stellungnahme wird darauf hingewiesen, dass ein CO₂-Preis alleine jedoch nicht ausreicht, um die Klimaziele 2030 zu erreichen. Dafür sollten unter anderem die Einnahmen aus der CO₂-Bepreisung transparent reinvestiert werden in eine kohlenstoffarme Infrastruktur und Allgemeingüter, in die relative Absenkung des Strompreises und in den sozialen Ausgleich in Form einer „Klimadividende“. Ziel sei es, Anreize für ein klimaschützendes Wirtschaften und Verhalten zu setzen. Klimaschützendes Verhalten könne dann sogar zu einem finanziellen Gewinn für Konsumentinnen und Konsumenten führen, vor allem bei niedrigeren Einkommensgruppen.

    Eine wirksame Bepreisung von CO₂ werde einen früheren Kohleausstieg wahrscheinlicher machen, so die Autorinnen und Autoren der Stellungnahme. Technisch sei dies in Deutschland möglich, vor allem gemeinsam mit den europäischen Partnern. Voraussetzungen seien Investitionen in erneuerbare Energien, in ein modernes Stromnetz und in Speichertechnologien (Power-to-gas, Batterien, Power-to-liquid). Im Bereich Verkehr, der rund 20 Prozent der CO₂-Emissionen verursacht, wird in der Stellungnahme eine massive Elektrifizierung empfohlen. Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV), der Schienenfernverkehr und der Gütertransport auf der Schiene müssten erheblich ausgebaut und qualitativ verbessert werden. Hinsichtlich privater Pkw sei die Umstellung auf stark hybridisierte und batterieelektrische Fahrzeuge ein wirkungsvoller, kurzfristiger Hebel. In den Städten solle dem ÖPNV, Fahrradverkehr sowie Fußgängerinnen und Fußgängern Priorität eingeräumt werden. Die Autorinnen und Autoren der Stellungnahme weisen zudem darauf hin, dass die aktuellen Transportkosten im Güterverkehr den Umweltverbrauch nicht hinreichend berücksichtigen. Sie empfehlen den internationalen Flug- und Schiffsverkehr über entsprechende Abkommen mit einem CO₂-Preis zu belegen.

    Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben zur Beschränkung des Klimawandels konkrete und rechtlich verbindliche Ziele für 2020 und 2030 vereinbart und für einige Bereiche länderspezifische Zielvorgaben definiert. Nach heutigem Stand wird Deutschland die Ziele für 2020 nicht erreichen. Die Bundesregierung hat bisher im Klimaschutzplan 2050 verschiedene Maßnahmen vorgesehen und Reduktionsziele für einzelne Sektoren definiert. Demnach soll der durchschnittliche CO₂-Ausstoß bis spätestens 2030 für alle Sektoren zusammen um mindestens 55% gegenüber 1990 sinken. Die nationale Klimapolitik braucht dazu jetzt eine konsequentere, transparentere und zügigere Umsetzungsstrategie, so die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Sie müsse Bürgerinnen und Bürgern, Städten und ländlichen Regionen sowie der Wirtschaft insgesamt Planungssicherheit geben und schnell Weichen stellen, um den immer teureren und ungerechten „Business as usual-Pfad“ zu verlassen und auf den Pfad einer nachhaltigen Entwicklung zu gelangen. Mit dem derzeitigen Rückenwind aus der Bevölkerung habe die Politik jetzt die einmalige Chance, die Herausforderung zu meistern.

    Klimaziele 2030: Wege zu einer nachhaltigen Reduktion der CO₂-Emissionen“, Ad-hoc-Stellungnahme der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina

    Lorenz-Oken-Medaille: GDNÄ ehrt den Publizisten Gert Scobel

    Lorenz-Oken-Medaille: GDNÄ ehrt den Publizisten Gert Scobel

    Umfassende Aufklärung und Stärkung der Urteilskraft aller interessierten Bürger – diesen Leitmotiven eines anspruchsvollen Journalismus wird der Wissenschaftsautor, Fernsehmoderator und Philosoph Gert Scobel in herausragender Weise gerecht. In seiner wöchentlichen Sendung „scobel“ im Programm 3sat nutzt er das Massenmedium Fernsehen für den gekonnten Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit. Für seine außergewöhnliche Vermittlungsleistung – gerade in Zeiten von Fake News und Wissenschaftsskepsis – zeichnet die Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ) Gert Scobel mit der Lorenz-Oken-Medaille aus. Verliehen wird die Ehrung im Rahmen des 12. Forums Wissenschaftskommunikation am 10. Dezember 2019 in Essen.

    In der nach ihm benannten Sendung beschäftigt sich Gert Scobel seit 2008 mit Themen aus Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft und geht dabei so unterschiedlichen Themen wie Plastikflut und Einsamkeits-Epidemie, Tierrechten und der Blockchain-Revolution auf den Grund. Zuvor moderierte Scobel unter anderem die tägliche Sendung „Kulturzeit“, das Denk-Magazin „delta“ und zeitweilig auch das ARD-Morgenmagazin. Für seine Arbeit wurde er vielfältig ausgezeichnet, etwa mit dem Grimme-Preis. Er veröffentlichte mehrere Bücher, promovierte berufsbegleitend mit einer philosophischen Arbeit und ist seit 2016 Honorarprofessor für Philosophie und Interdisziplinarität an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Gert Scobel stammt aus Aachen, wo er 1959 zur Welt kam.

    Seit vielen Jahren gelingt es Gert Scobel, Forschung kenntnisreich und begeisternd zu vermitteln und damit verkörpert er in vorbildlicher Weise die Ziele unserer Gesellschaft“, sagt Professor Martin Lohse, Präsident der GDNÄ. Er wird die Lorenz-Oken-Medaille – sie erinnert an den Gründer der traditionsreichen Gesellschaft – bei einem Festakt überreichen. Die Laudatio hält die Vizepräsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft und Direktorin des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen, Professorin Julika Griem. Nach dem Vortrag von Gert Scobel zum Thema „Humboldt 2.0 - Wissen schaffen in turbulenten Zeiten“ findet abschließend ein moderiertes Podiumsgespräch statt.

    Über die GDNÄ

    Die Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte e. V. (GDNÄ) ist die einzige wissenschaftliche Gesellschaft in Deutschland, die über die naturwissenschaftlichen, technischen und medizinischen Fachdisziplinen hinweg allen an ihrer Zielsetzung Interessierten – auch Schülern, Studenten und naturwissenschaftlichen Laien – für eine Mitgliedschaft offen steht. Insofern ergänzt und bereichert die GDNÄ das Spektrum wissenschaftlicher Gesellschaften in Deutschland. Wichtige Ziele der GDNÄ sind:

    • Förderung des wissenschaftlichen Austauschs über die Grenzen der naturwissenschaftlichen, technischen und medizinischen Fachdisziplinen hinweg
    • Vermittlung von Faszination und Bedeutung wissenschaftlicher Erkenntnis an die interessierte Öffentlichkeit
    • Förderung naturwissenschaftlich-technischer Bildung und Ausbildung

    Zu Lorenz Oken

    Der Naturphilosoph und Arzt Lorenz Oken gründete die Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte mit dem Ziel, die persönlichen Beziehungen zwischen diesen beiden Fakultäten zu fördern. Mit der ersten Versammlung im Jahr 1822 in Leipzig wurde die GDNÄ zu einem zentralen Vortrags- und Diskussionsforum neuer Forschungsergebnisse. Persönlichkeiten wie Max Planck, Ernst Haeckel, Rudolf Virchow und Justus von Liebig prägten von Beginn an die Gesellschaft und ihre Versammlungen.

    Seit Neubegründung der Versammlungen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wird die Tradition der Diskussion aktueller Forschungsergebnisse fortgeführt. In Erinnerung an ihren Gründer verleiht die Gesellschaft auf ihren Versammlungen die Lorenz-Oken-Medaille an Persönlichkeiten, die über naturwissenschaftliche und medizinische Erkenntnisse allgemeinverständlich berichten. Der Preis wird seit 1984 verliehen; zu den Preisträgern zählen der Molekularbiologe Jens Reich (1996), der Quantenphysiker Anton Zeilinger (2004) sowie der Astrophysiker und Fernsehmoderator Harald Lesch (2017).

    gert scobel e1567853013357

    GDNÄ ehrt den Publizisten Gert Scobel

    Die GDNÄ trauert um ihr Mitglied Prof. Dr. Walter Thiel

    Zum Gedenken

    Die GDNÄ trauert um ihr Mitglied Prof. Dr. Walter Thiel

    Die GDNÄ trauert um ihr Mitglied Prof. Dr. Walter Thiel (70), langjähriger Direktor am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung und Gruppenvorsitzender Chemie für die 130. Versammlung in Saarbrücken. Professor Thiel trug wesentlich zur Entwicklung quantenmechanischer Untersuchungsmethoden bei, die zu neuen Erkenntnissen in Chemie und Pharmakologie führten. Der international renommierte Chemiker gewann namhafte Vortragsredner für die GDNÄ und stärkte durch sein Wirken den fachlichen Austausch. Für sein Engagement, auch im Dialog mit der Öffentlichkeit, ist die GDNÄ Walter Thiel sehr dankbar.

    Walther Thiel © www.baumann-fotografie.de